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Gedankenaustausch beim Bürgerforum zur Schulerweiterung

Schul-Erweiterung

Bürgerforum bringt viele neue Ideen

Baierbrunn - Querdenker gefragt: 150 Besucher waren beim Bürgerforum aufgefordert, Ideen zur Schul-Erweiterung zu bringen. Das taten sie mit Freude. 

„Sie dürfen völlig querdenken“, hatte Moderator Carsten Schwunck vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum die Baierbrunner beim Bürgerforum zur Schul-Erweiterung ermutigt. Das taten die rund 150 Besucher dann auch.

Und die Baierbrunner brachten ganz neue Ideen in die Dauer-Diskussion ein – die dahin gehen, neu zu bauen und den jetzigen Standort, an dem die Gemeinde aus guten Gründen noch hängt, doch aufzugeben. Die Idee: entweder am Wirthsfeld eine Grundschule zu errichten, die den Bedürfnissen der stark gewachsenen Gemeinde entspricht. Oder einen Neubau in die Nähe der Kirche St. Peter und Paul zu errichten, der dann zwar weiter weg von der S-Bahn, aber besser für die Buchenhainer zu erreichen wäre. 

Am Ende, als die Anwesenden abstimmen konnten, indem jeder sechs Punkte auf eine Riesen-Tabelle kleben durfte, die sechs Varianten zur Wahl stellte, kam heraus: Am besten kommen bei den Leuten ein Neubau an der Kirche oder die Erweiterung auf der Schulwiese an, auf der jetzt ja schon die Mittagsbetreuung in Containern stattfindet. 

„Mein Interesse war, dass ich Sie mitnehme“ auf dem Weg zur erweiterten Schule, sagte Bürgermeisterin Barbara Angermaier (BIG) nach vier Stunden Information und Gedankenaustausch in Arbeitsgruppen zu den Baierbrunnern. Jetzt werde das Thema, das bislang auch von den Kommunalpolitikern in internen Arbeitskreisen erstmal nur vorbehandelt wurde, wohl öffentlich diskutiert im Gemeinderat. Vielleicht wird es aber auch nochmals ein Bürgerforum geben – das, wie Schulleiterin Konstanze von Unold am Ende zufrieden vermerkte, an diesem Tag sehr konstruktiv abgelaufen sei: „Niemand wurde laut.“ 

Auch im Gemeinderat ist in der langen Geschichte der schon einmal angestückelten Schule mal ein Neubau überlegt worden, berichtete Angermaier. Dann hielt man doch am jetzigen Standort fest, der gut erreichbar ist für Baierbrunner wie Buchenhainer und der besonders idyllisch liegt am Ende einer Sackgasse, die auch noch Spielstraße ist. 

Wie Gutachten ergaben, befindet sich die Turnhalle durchaus noch in ordentlichem Zustand und genügt den Ansprüchen der Schule. Schadstoffbelastet ist sie auch nicht. 

Entsprechend wurde, seit klar ist, dass rund 700 Quadratmeter Räume für die Mittagsbetreuung gebraucht werden, vorwiegend über Erweiterungsbauten auf dem Areal selbst geredet: In Frage als Bauplatz kommt der Pausenhof, der sich schon in Gemeindebesitz befindet, weshalb dort das Unterfangen schnell durchgezogen werden könnte, wie Bauamtsleiter Richard Schmidt erläuterte. Weiter im Gespräch: ein Anbau im Nordteil des Altbestands, der sich dort gut mit dem bestehenden Ensemble verbinden ließe, wo allerdings der Grund nicht überall tragfähig ist. Oder aber schon besagte Schulwiese, die jedoch im Landschaftsschutzgebiet liegt. Was den Grünen und der SPD überhaupt nicht gefällt. Die Pausenhof-Bebauung und der Anbau im Norden würden Tiefgaragen erforderlich machen, rund um die Schule sind Stellplätze inzwischen Mangelware.

 Jetzt also wird die Diskussion wieder von vorn beginnen – und sich erstmal um die Frage drehen, ob man weggeht aus der Hermann Roth-Straße oder eben nicht. Auch bei der Kirche würde die Schule, hieß es seitens der Bürger, schön zentral liegen für die Kinder beider Ortsteile. Für das Wirthsfeld, das aber weit weniger Anklang fand, würde wiederum sprechen, dass dort ja schon Kindergarten, Kita sowie Sport- und Bürgerzentrum angesiedelt sind, ein weiterer Vorteil dort: die Nähe zur S-Bahn. Außerdem gehört dort Grund schon der Gemeinde – das Ganze ginge also schneller. 

„Ihre Meinung ist uns wichtig“, sagte abschließend die Rathauschefin. Während Bürger vor der Riesentabelle standen und fleißig Punkte zählten. Angermaier: „Wir werden Sie auf jeden Fall weiter einbinden."

Andrea Kästle

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