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Verkehr, Landschaft, Wohnen: Die Bürger diskutieren Themen, die alle in der Region München betreffen. 

Regionaler Planungsverband

100 Bürger diskutieren die wichtigen Fragen der Region München

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Der Regionale Planungsverband hat einen spannenden Prozess in Gang gesetzt: 100 Menschen aus der Stadt München und den umliegenden acht Landkreisen erstellen ein sogenanntes Bürgergutachten.

Baierbrunn – Eine von vier bunt gemischten Gruppen mit rund 25 Teilnehmern trifft sich seit Mittwoch in einem Büroraum an der B11 in Baierbrunn.

Die Männer und Frauen haben teilweise 1,5 Stunden Anfahrtsweg. Sie kommen aus den Landkreisen München, Dachau, Fürstenfeldbruck, Starnberg, Erding, Freising, Ebersberg, Landsberg am Lech und aus der Stadt München. Ihr Ziel ist es, Impulse zu geben zu wichtigen Zukunftsthemen, die alle betreffen: Es geht um Bevölkerungsentwicklung, Wohnungsbau, Verkehr, Gewerbeansiedlungen, Grünflächen und Naherholung.

Bürger nehmen vier Tage Urlaub 

Das Nexus Institut Berlin hat im Auftrag des Regionalen Planungsverbands die Bürger nach einem Zufallsprinzip ausgewählt. Die junge Frau mit Kindern ist ebenso vertreten wie der selbständige Handwerker, die betagte Witwe und der Professor. „Wir haben insgesamt 2000 Bürger angeschrieben, um 100 Teilnehmer zu finden“, sagt Christine von Blanckenburg vom Nexus-Institut, die den Prozess in Baierbrunn moderiert. Der Rücklauf von fünf Prozent liege im Durchschnitt, die Mischung der Berufe, von weiblich und männlich, jung und alt sei „sehr erfreulich“. Zwar bekommen die Teilnehmer eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro pro Tag, aber viele müssen sich Urlaub nehmen. „Wir haben ganz große Hochachtung vor jedem, der mitmacht“, sagt von Blanckenburg: „Gleichzeitig finden die Teilnehmer es toll, dass sie mal gefragt werden.“

Von neun bis 17 Uhr haben alle 100 Bürger in den vier Gruppen das gleiche Arbeitsprogramm. Alle diskutieren die gleichen Themen, hören die gleichen Expertenreferate und beantworten die gleichen Fragen. So können die Empfehlungen aus allen vier Gruppen am Ende im Bürgergutachten zusammengeführt werden. Denn am 18. Februar wird der Sack zugemacht: Die Gruppen bringen ihre Impulse zu Papier.

Die Meinung der Basis hören

Das Ergebnis des Bürgergutachtens wird in die Gesamtfortschreibung des Regionalplans einfließen. Der Regionale Planungsverband will mit diesem Prozess die Basis beteiligen an der Diskussion über die grundsätzlichen Fragen. „Wir hören sonst immer die Stimmen der Kommunen und Verbände, wir wollen jetzt stärker die Bürgermeinung einholen“, sagt Geschäftsführer Christian Breu. Er hebt hervor, dass das Instrument des Bürgergutachtens, das bisher nur auf kommunaler Ebene, wie zum Beispiel 2015 in Planegg zum Tragen kam, deutschlandweit erstmals im Rahmen einer regionalen Entwicklung eingesetzt wird.

Der viertägige Austausch findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im Frühsommer aber wird der Regionale Planungsverband die Ergebnisse öffentlich vorstellen. „Ich bin selbst gespannt, was rauskommt“, sagt Breu, der die Teilnehmer zwar zu Anfang begrüßte, sie dann aber bei ihrer Meinungsbildung sich selbst und den Moderatoren vom Nexus-Institut überließ.

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