Bürgerinitiative greift Gemeinderäte an

Siegertsbrunn - Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München stellte Entwürfe für das Gewerbegebiet Siegertsbrunn vor. Dazu meldet sich die Bürgerinitiative „Siedlung Am Hart“ zu Wort.

In einer von zwölf Anwohnern verfassten Stellungnahme wird Bürgermeisterin Ursula Mayer sowie einigen Ausschussmitgliedern vorgeworfen, sie gefährdeten die schlüssige Planung für das Areal, da sie mehr Flexibilität bei einigen Festsetzungen gefordert hatten.

Zudem monieren die Anwohner den geplanten Grünstreifen, der viel zu schmal sei. Sie fordern eine deutliche Abgrenzung vom Gewerbe- zum Wohngebiet und einen Streifen von rund 20 Metern. Ausdrücklich betont die 2008 gegründete Initiative, sie unterstütze den vom Planungsverband vorlegten Entwurf, der den ländlichen Charakter hervorhebt. "Die mit Rücksicht auf das Ortsbild und auch auf Bedürfnisse der Anwohner vorgeschlagenen strengen Festsetzungen sollten vom Gemeinderat nicht gelockert oder gar untergraben werden. Nach Aussage des Planers garantiert nämlich nur eine Kombination aller Einschränkungen – wie zum Beispiel die Zweigeschossigkeit oder Beschränkung auf Satteldächer – den Erhalt des ursprünglich ländlichen Charakters“, heißt es in der Stellungnahme. So könne ein Areal für "niveauvolle Bewerber“ entstehen.

Auch der schmale Grünstreifen sei nicht annehmbar. Die Initiative habe vor Beginn der Planungen unter anderem vorgeschlagen, den Rundwander- und Radweg in einen angemessenen Grünstreifen entlang der Bahnlinie einzubetten und dann zur Hohenbrunner Straße zu führen. Der Weg solle nun aber mitten durch das Areal verlaufen, um eine Süderweiterung nicht zu behindern.

Die Kommune habe es nicht nötig, "sich ungeachtet der Einbußen des Landschaftsbilds, des Erholungswerts sowie der Lebensqualität seiner Bürger uneingeschränkt jedem Gewerbe gegenüber zu öffnen“, findet die Bürgerinitiative. Schon deshalb nicht, da bekannt sei, dass die bereits versiegelten Muna-Flächen zur Verfügung stünden. Allerdings habe die jüngste Sitzung gezeigt, wie leichtfertig einige Gemeinderäte bereit seien, "planerische Grundsätze über Bord zu werfen, wenn kurzfristiger Profit winkt oder eventuell sogar persönliches Interesse verfolgt werden kann“, klagen die Anwohner.

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