Bürgerinitiative verklagt den Freistaat - Widerstand gegen Kiesabbau verschärft sich

Aying - Gegen eine Kiesgrubenerweiterung haben sich bislang rund 20 Bewohner von Dürrnhaar (Gemeinde Aying) zur „Bürgerinitiative Dürrnhaar" (BID) zusammengeschlossen.

„Unser vorrangiges Ziel ist die Erhaltung der Gesundheit, der Lebensqualität sowie des lokalen Umweltschutzes“, sagt Otto Pecher (53), Vorsitzender der Inititiative. Pecher und zwei weitere Mitglieder haben Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen den Freistaat Bayern eingereicht. Es geht gegen die Genehmigung von weiterem Kiesabbau. Die Bürger fordern die Umsetzung der EU-Feinstaubrichtlinie und wollen Maßnahmen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung durchsetzen.

Dürrnhaar sei hinsichtlich Feinstaubbelastung schon heute durch die Staatsstraße 2078 (Rosenheimer Straße) stark beeinträchtigt. Darüber hinaus befürchtet die BDI, dass das im Nachbarort Kirchstockach betriebene Kieswerk mittelfristig nach Dürrnhaar verlegt werden solle, was eine zusätzliche Einschränkung der Luftqualität bedeute. „Wir fühlen uns hier schon ein bisschen allein gelassen“, sagt Otto Pecher, der die Klage mit dem Hinweis auf das EU-Feinstauburteil ins Rollen gebracht hat.

Als Vorsitzender vertritt er die Gruppe bis zur satzungsgemäßen Wahl, die bei der nächsten Versammlung am 7. Juli stattfindet, um 20 Uhr im Rulands‘ Inn in Dürrnhaar. Der Zweite Vorsitzende Franz Fleck spricht einen weiteren Aspekt an: „Viele befürchten zurecht eine Wertminderung ihrer Grundstücke, und dann werden auch die Banken restriktiver bei der Beleihung.“

Eine Gruppe innerhalb der Bürgerinitiative treibt die Klage gegen das Land Bayern und die Kiesabbaugenehmigung voran und unterstützt diese mit Beiträgen von 500 Euro als Eigentümer beziehungsweise mit 250 Euro als Mieter. Mitglieder der BID seien aber nicht automatisch Mitglieder der Klägergemeinschaft und umgekehrt, sagt Christine Squarra. Die gebürtige Dürrnhaarerin ist zuständig für die Finanzen. „Schon die Mitgliedschaft in der BID und Unterstützung in ideeller oder sonstiger Form helfen uns enorm“, davon ist sie überzeugt.

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