Bürgerwerkstätte durchforstet Gemeindefinanzen

- Empfehlung an den Rat: mehr Gewerbe ansiedeln und zusätzliche Wohngebiete

Grasbrunn (agm) - Sparen ist gut, Bauen und Gewerbe ansiedeln ist besser. So kann man die Empfehlungen zusammenfassen, die Ralf Haberzettl, Detlef Wildenheim und Jürgen Breitenlohner am Dienstagabend dem Grasbrunner Gemeinderat für die Haushaltsberatungen mit auf den Weg gaben. Die drei sind von der Bürgerwerkstätte "Finanzen und Zukunft Grasbrunn".

Sie haben Haushaltspläne gewälzt, Ausgaben hinterfragt, sind mit normalem, kommunalpolitisch unerfahrenem Verstand an die Finanzen der Gemeinde gegangen. Ein ehrenamtliches Engagement, das nicht hoch genug zu bewerten ist, wie Bürgermeister Otto Bußjäger (CSU) unter Beifall der Räte am Ende des Vortrages herausstellte. Den sanften Hinweis von Thomas Mayer (SPD) wies Bußjäger wirsch ab. Mayer meinte, dass das Angebot der Bürgerwerkstätte, bei der Flächenfindung für Gewerbe- und Wohngebiete zu helfen, zwar freundlich sei, aber "Standortuntersuchungen doch in der Hoheit der Gemeinde belassen" werden sollten.

Ansonsten beließ man es dabei, diese "ernüchternde Stunde" (Bußjäger) erst einmal wirken zu lassen. "Sie haben sich sehr viel Arbeit gemacht", betonte der Bürgermeister, "das war nicht immer angenehm, wenn man so den Spielgel der Ungereimtheiten vorgehalten bekommt." Damit meinte Bußjäger die Ausgaben-Einnahmen-Situation der Gemeinde. Sportstätten, Gemeindehäuser, Kindertageseinrichtungen, alles, was mittels kontinuierlichen Rücklagenabbaus in den vergangenen Jahren errichtet oder saniert wurde, kostet nun Unterhalt. Mehr, als der Verwaltungshaushalt an Einnahmen ab 2004 abdecken kann. Wildenheim resümierte: "2004 hat die Gemeinde kein Geld mehr, wird eine Million Minus im Verwaltungshaushalt durch Kredite abdecken müssen."

Überschlagsweise hat die Bürgerwerkstätte die Einsparpotenziale geschätzt. Die 350 000 Euro, die vielleicht als Sparsumme erreicht werden können, wären nicht nur sehr unpopulär, sondern vor allem keine wirkliche Hilfe. Es gelte Einnahmequellen zu erschließen: Durch "Ansiedlung von finanzkräftigen Betrieben" und Einwohnerzuwachs. Nur so, sind Haberzettl und seine Kollegen überzeugt, könne mittelfristig überhaupt an den Bau eines Altenpflegeheims, der Sporthalle oder einer neuen B 471 gedacht werden. Der Gemeinderat wird die Empfehlungen beraten.

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