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Neuauflage? Von 2009 bis 2013 saßen Jimmy Schulz (l.) und Florian Hahn schon einmal gemein sam im Bundestag.

Bundestagswahl

Landkreis München schickt „Jamaika“ nach Berlin

LandkreisFünf statt bislang zwei Abgeordnete aus dem Landkreis sitzen künftig im Deutschen Bundestag; drei von ihnen möglicherweise in einer schwarz-gelb-grünen Koalition. Doch ist „Jamaika“ für Florian Hahn (CSU), Jimmy Schulz (FDP) und Anton Hofreiter (Grüne) tatsächlich eine Option?

„Wir werden in die Gespräche gehen“, betont Anton Hofreiter (47), Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis München-Land, im Telefon-Interview. Als Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion besetzt er eine Schlüsselfunktion bei Gesprächen über eine künftige Koalition. Schwarz-Gelb-Grün im Bund wäre eine Premiere, und falls sie zustande kommt, würden mit Hahn, Hofreiter und Schulz drei Altbekannte aus dem Landkreis zusammentreffen. Zwar schätzen sie sich gegenseitig, vertreten aber durchaus unterschiedliche Positionen.

„Schwierige Debatte“

Stichwort Flüchtlingspolitik: CSU-Parteichef Horst Seehofer sprach gestern von einem „klaren Kurs Mitte-rechts“, den die Partei gehen müsse: Nach dem desaströsen Wahlergebnis von 38,8 Prozent in Bayern gehe es darum, die „offene Flanke auf der rechten Seite zu schließen“. Wahlbeobachtern zufolge hat die Union deutschlandweit eine Million Wähler an die AfD verloren – die meisten wegen massiver Kritik an der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Grünen wiederum schätzen Merkel für ihre Haltung in der Flüchtlingsfrage. Ein unüberwindliches Hindernis?

Hofreiter, der den Wahlabend in Berlin verbracht hat, betont: „Mit der CSU wird es ganz schwierige Debatten geben.“ Gleichzeitig weiß er: „Die CDU lehnt eine Obergrenze ebenfalls ab, und mit ihrem Gestänkere hat die CSU dem Wahlkampf der Union ja nicht wirklich geholfen.“

Was die Liberalen betrifft, gibt sich Hofreiter aufgeschlossen: „Es ist positiv, dass die FDP Bildung und Bildungsgerechtigkeit zu ihren Themen im Wahlkampf gemacht hat.

Die Abgeordneten der FDP, darunter auch Jimmy Schulz aus Hohenbrunn, trafen sich gestern zur konstituierenden Sitzung der neuen Bundestagsfraktion in Berlin. „Der Spielball für Gespräche liegt klar bei der Kanzlerin“, erklärt Schulz. Einen „Zugzwang“, sich auf das Dreier-Bündnis zu einigen, sieht Schulz nicht.Zumal die FDP-Fraktion aktuell mit ganz anderen Problemen beschäftigt ist: „Wir haben in Berlin weder Räume, noch Mitarbeiter, noch eine Infrastruktur“, berichtet er. Zunächst habe man sich um vorläufige Abgeordnetenausweise gekümmert, „damit wir überhaupt in den Bundestag reinkommen“.

Kritik an SPD

CSU-Mann Florian Hahn, der im Landkreis zum dritten Mal das Direktmandat geholt hat, verbrachte den Montag in München, bei Sitzungen des CSU-Parteivorstands und des CSU-Bezirksvorstands. Das verlustreiche Ergebnis der CSU müsse man jetzt „sehr konzentriert ansehen“ und dann die richtigen Schlüsse daraus ziehen, hatte er bereits am Wahlabend erklärt. Scharfe Kritik übt Hahn an der SPD: „Ich sehe jede demokratische Partei in der Verpflichtung, im Zweifel in eine Regierung zu gehen.“ Hofreiter bezeichnet die Haltung der SPD „angesichts der schwierigen Lage“ als „unverantwortlich“.

Einig sind sich die möglichen „Jamaika“-Partner Hahn, Hofreiter und Schulz in ihrer Haltung gegenüber der AfD. Direktkandidat Gerold Otten holte im Landkreis 8,4 Prozent der Erststimmen und zieht über die Landesliste (Zweitstimmen: 12,4 Prozent) in den Bundestag ein. „Es macht mich traurig, dass auch im Landkreis relativ viele Menschen AfD gewählt haben“, betont Hofreiter. „Denn ich bin nicht der Meinung, dass nur die Sozialschwächeren ihr Kreuz dort gemacht haben, sondern auch die Menschen, denen es gut geht, die aber Angst davor haben, zu teilen.“ Sophia schreib

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