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Dichtes Gedränge und farbenfrohe Porträts: Pop Art ist das Motto beim Lichterfest in Oberschleißheim. 

Bunte Pop Art zwischen den Wohnblöcken

Beim Lichterfest der Sozialen Stadt in Oberschleißheim tragen viele freiwillige Helfer zum Gelingen bei – und das Miteinander wird gestärkt.

Von Andreas Sachse

Oberschleißheim– Im Grunde können sie sich nur selbst toppen: Als kreative Alternative zu den Weihnachtsmärkten wird das Lichterfest der Sozialen Stadt in Oberschleißheim mit jedem Jahr ein Stückchen größer. Verantwortlich für den Erfolg zeichnen die Teilnehmer, die an den Ständen so ziemlich jeden vorweihnachtlichen Wunsch erfüllen, und der Veranstalter selbst. Jedes Mal lockt die „Soziale Stadt“ mit einem neuen Kunstprojekt zum Stutenanger.

Mit Farben und Formen lässt „Soziale Stadt“-Sprecher Tilo Klöck seine Studenten von der Hochschule München und die Schüler der Grundschule Parksiedlung am liebsten experimentieren. Nach dem Glücksdrachen und der luftigen Seidentuchinstallation stand heuer Pop Art auf dem Programm. Gesichter in der Art, wie Andy Warhol sie schablonenhaft dargestellt hätte, sind auf beleuchtete Würfel gehaucht. Durch ein weiteres, ebenso transparentes Bild darunter, erzielen die Künstler den gewünschten 3D-Effekt. „Sieht voll Warhol-like aus“, findet Klöck.

Von einem der durchsichtigen Blöcke grinst ein Porträt des Sozialwissenschaftlers hinab auf den Platz vor dem „Rewe“. Auf dem Würfel unter ihm ein Manga-Mädchen, die japanische Version von Pop Art. Daneben, auf einem anderen Würfel, sind die Züge der kleinen Lena (9) zu erkennen. Wie ihre Schulfreunde hat die neunjährige Deutsch-Kosovarin, Lena Gashi, für Tilo Klöck in der Grundschule an einem Paul Klee-Projekt gearbeitet. Im Dezember beginnt die interaktive Ausstellung über den Maler, der seinen Kriegsdienst 1916 in der Schleißheimer Flugwerft zubrachte.

Die kleine Lena zählt Klöck zu den alten Hasen im Team. Sie war beim Kochbuch dabei, hat am Drachen mit gebastelt. „Dein erstes Lichterfest, vor sieben Jahren, weißt du noch? Da warst Du sooo groß.“ Gütig lächelnd hält Klöck die ausgestreckte Rechte knapp über den Boden. „Da war ich doch erst zwei“, entgegnet Lena selbstbewusst, und es klingt ein wenig, als würden beide Geschichten aus einer weit zurückliegenden Zeit austauschen. Am Stand mit den gebrannten Mandeln von Jasmyn Wolff hat Klöck Weggefährten aus alten Zeiten aufgetan: Tobias, Sohn der Mandelbäckerin, war bei den Anfängen der Sozialen Stadt im Jahr 2009 dabei, der „Kinderpartizipation“. „Etwa so warst Du damals“ sagt Klöck und fährt wieder seine Rechte aus. Inzwischen ist Tobias 17 und misst locker 1,80 Meter.

Ohne die vielen Freiwilligen, die, wie Tobias Mutter, bei winterlicher Kälte, Mandeln rösten, Waffeln backen, Geschenke verkaufen oder musizieren würde es das Lichterfest nicht geben. Die „Soziale Stadt“, das Miteinander in der Parksiedlung, hätte keine Chance.

Für einen der Besucher, stellt das nunmehr siebte Lichterfest ein ganz besonderes Erlebnis dar: Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) ist überzeugt, „heute zum letzten Mal vor dem alten ,Rewe’“ gefeiert zu haben. Kommendes Jahr wird es den Lebensmittelmarkt wohl nicht mehr geben. Der Platz vor dem Discounter dürfte sich in eine Baustelle verwandelt haben. Als Alternative für das nächste Lichterfest bietet sich laut Kuchlbauer der neue Marktplatz an, die neue Ortsmitte – vorausgesetzt die Bauarbeiten verlaufen plangemäß. „Wir finden auf jeden Fall einen Platz, damit es weitergeht mit den Festen der Sozialen Stadt.“

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