"Buntes Mosaik dörflichen Lebens verblasst"

- Strukturwandel in Landwirtschaft Kernthema bei Landfrauentag

VON NORA GOEBBEL Landkreis - Die Referenten beim Landfrauentag des Bayerischen Bauernverbandes in Höhenkirchen waren sich einig: Die Schönheit Bayerns ist das Ergebnis einer Jahrhunderte langen landwirtschaftlichen Pflege durch Generationen hindurch von fleißigen Bäuerinnen und Bauern. Trotz Sparbeschlüssen der Regierung und Verstädterung der Dörfer müsse das bayerische Erbe bewahrt werden, so der Grundtenor.

Die Veranstaltung wurde von den "Heiteren Stimmen" des Münchner Landfrauenchors musikalisch umrahmt und mit einer Modenschau der "Trachtenmode Gössl" beendet. Der Landfrauentag stand heuer unter dem Motto "Wir auf dem Land - Leben und Mitgestalten im ländlichen Raum". Dazu fanden sich 220 Bäuerinnen aus dem Landkreis im Gasthof "Alter Wirt" ein. In ihrer Begrüßungsrede freute sich die Kreisbäuerin Maria Knoller über den Besuch von 13 Bürgermeistern, die "eine tiefe Verbundenheit mit den Landfrauen zum Ausdruck bringen".

Die bayerische Landwirtschaft befinde sich in einer schweren Krise, so die Meinung des Landtagsabgeordneten Ernst Weidenbusch und von Landrat Heiner Janik (beide CSU), die beim Landfrauentag nicht fehlen durften. Die Sparbeschlüsse der Bundesregierung sowie die europäische Agrarpolitik verengten den Entscheidungsspielraum bayerischer Landwirte, wie Kreisobmann Peter Seidl betonte.

Landesbäuerin Annemarie Biechl ist sich sicher: Gerade die Bäuerinnen müssten in solch krisengeschüttelten Zeiten eine ganz entscheidende Rolle spielen. Sie seien der treibende Motor für den sozialen und kulturellen Zusammenhalt der Landbevölkerung. Gemeinsam mit dem Engagement tausender Bürger spiegele sich ihr Einsatz in zahlreichen Vereinen, Verbänden und Selbsthilfe-Einrichtungen wider. "Die Zugehörigkeit zu einer Vereinsgruppe wird als Zugehörigkeit zum Dorf empfunden", so Biechl. Und die sei in einer Zeit des Wandels von größter Bedeutung.

Substanz der Dörfer verändert sich schnell

Die Substanz der Dörfer verändere sich rasend schnell, was auf die Verstädterung des ländlichen Raums und eine Zuwachsrate der Bevölkerung von bis zu 35 Prozent zurückzuführen sei. "Das Leben auf dem Land ist also ,in`," meinte Landesbäuerin Biechl. "Mit beidem - der zunehmenden Verstädterung der Dörfer einerseits und der Abwanderung aus den Dörfern andererseits - wächst auch die Gefahr, dass das bunte Mosaik des dörlichen Lebens mit seinen vielen Facetten verblasst." Eine Belohnung verdiene deswegen der Nachwuchs, der sich der bäuerlichen Tradition verpflichtet fühle. In diesem Sinne erhielt Simone Viertelböck aus Dürrnhaar für ihre bestandene Meisterprüfung der ländlichen Hauswirtschaft einen Blumenstrauß.

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