Bußjäger will Gas geben bei der Ortsumgehung

- "Bürgerwerkstätte Verkehr" trifft sich erstmals im Februar

Grasbrunn (agm) - "Wir reden seit sieben bis acht Jahren, Putzbrunn hat gehandelt." Mit dem Nachbarn, der die Ortsumgehungsstraße schon fast gänzlich verwirklicht hat, warb Grasbrunns Bürgermeister Otto Bußjäger (CSU) bei der Bürgerversammlung im Ortsteil Harthausen. Von "Visionen" sprach er, vom "Gas geben", vom "dynamischen Bürgermeister in Putzbrunn", der in sechs Jahren erreicht habe, was Jahre gefordert wurde. Bußjäger will sich den Kollegen Josef Kellermeier (CSU) offensichtlich zum Vorbild nehmen. Das neue Baugebiet zwischen Zornedinger Straße und Kreisstraße M 25 allerdings trage sich nicht zu noch mehr Verkehrsbelastung bei, wie schon einige unkten.

Er habe schon Idee, wie die Umgehungsstraße laufen könnte, betonte Otto Bußjäger. Er wolle aber keine fertigen Planungen vorlegen, sondern die Ideen der Bürger mit aufnehmen. Klar sei, dass eine Straße, die in 20 Meter Abstand vom Ort verlaufe, die Gemeinde nicht vom Verkehr entlasten werde, sondern noch mehr bringe. "Weitab von Harthausen" müsse diese Entlastungsstraße verlaufen, davon ist Bußjäger überzeugt.

Auf den Bund und den Ausbau der B 304, was die beste Lösung wäre, könne man sich aber nicht verlassen: "Das wäre ein ganz großer Fehler. Da wird kein Geld fließen und wir warten ewig", warnt Bußjäger.

Bewusst wolle er auch kein fertiges Konzept an die Wand schmeissen: "Ich will die Diskussion anstoßen. Damit die Harthausener in den nächsten Monaten mit den Grasbrunnern über Lösungsansätze nachdenken." Natürlich, gab Bußjäger auf entsprechende Nachfrage zu, Bürgermeister stößt Debatte an müsse das Verkehrskonzept insgesamt in das Konzept des Großraumes München integriert werden: "Eine Ortsturmpolitik nutzt gar nichts. Das ist klar."

Wie solle man Lösungen vorschlagen, wenn man bestimmte beschränkende Bedingungen, wie Wasserschutzgebiete und ähnliches überhaupt nicht kenne, empörte sich ein Bürger. Auch Hans Hiltmair schimpfte: "Man kann doch so ein Verkehrskonzept nicht verbal diskutieren. Da gehören Konzepte her." Die hätte der Bürgermeister vorlegen müssen. Stattdessen baue er "eine Drohkulisse" auf: "Als ob bald nirgends mehr Geld da sein wird. Unsere Wirtschaft wird schon wieder aufwärtsgehen. Es stimmt einfach nicht, dass so eine Straße nie mehr möglich ist, wenn sie heute nicht gemacht wird."

Bußjäger blieb dabei, dass der Gedankenprozess jetzt angestoßen werde müsse. Er lud schon zur Auftaktveranstaltung der "Bürgerwerkstätte Verkehr" im Februar in das Bürgerhaus Grasbrunn ein. Noch im Februar solle auch der Gemeinderat über die Zielsetzung diskutieren.

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