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Als Chefredakteur für die von Studierenden der Bundeswehr-Universität herausgegebene Zeitschrift „Campus“ ist Martin Böcker verantwortlich. Weitere Redaktionsmitglieder sind Felix Springer und Larsen Kempf. Das Trio steht im Verdacht, „Campus“ zur Verbreitung rechtspolitischer Thesen nutzen zu wollen.

Campus-Chefredakteur will „Pressefreiheit schamlos ausnutzen“

Neubiberg - Ist Martin Böcker (30) ein Kuckucksei der rechten Szene? Diese Frage beschäftigt die Bundeswehr-Universität in Neubiberg.

Neubiberg - Der neue Chefredakteur des „Campus“, der Zeitung der Studierenden selbst, ist eifriger Schreiber in Blättern, die allgemein hin als Medien rechter Aktivisten gelten (wir berichteten). Der Oberleutnant schreibt beispielsweise Kolumnen in der „Jungen Freiheit“, deren subtil vorgebrachtes nationales Gedankengut von Rechtstaatlern kritisch gesehen wird. Die Wochenjournaille wurde 2008 aber in den Presseverteiler des Deutschen Bundestags aufgenommen.

Texte von Böcker sind auch in „Die Sezession“ zu finden, die betont: „Wer einigermaßen wachen Auges und Geistes in Deutschland lebt, wird sich seiner linksliberalen Knabenblütenträume schämen und nach rechts blicken, wo dringlich gedacht und argumentiert wird.“ Auch für die „Neue Rechte“ ist er tätig.

Dass so jemand Chefredakteur des „Campus“ ist, beunruhigt die Präsidentin der Bundeswehruniversität, Merith Niehuss. „Wenngleich die Universität die Meinungsfreiheit des Einzelnen als hohes Gut der Demokratie schützt und garantiert, sehen wir doch in einer Verbreitung dieses geistigen Gedankenguts einen potenziellen Herd für eine Nährung an den Rechtsextremismus, die wir schon im Grundsatz verhindern wollen“, schrieb sie diese Woche den Studenten.

„Schamlos ausnutzen“ wolle er den „Schutz der Pressefreiheit“, schrieb Böcker in seinem ersten Editorial: „Der deutsche Offizier“ müsse hier auch unbequeme Standpunkte „frank und frei äußern“ dürfen. Er selbst äußerte bei der Bewerbung im Januar allerdings nicht frank und frei seine Einstellung oder nannte die Blätter, für die er schreibt. Als einziger Kandidat entschied sich der studentische Konvent, gerade „zu 95 Prozent neu besetzt“, wie Konvent-Pressesprecher Dennis Horz betont, für Böcker. Der sei bis dato völlig unauffällig gewesen. Von seinen sonstigen Aktivitäten habe man nichts gewusst.

Aufgrund der Sommerpause sei das Konvent derzeit nicht entscheidungsfähig. Aber die nächste Campus-Ausgabe sei auch erst im Spätherbst geplant. Zuvor werde man in jedem Fall im Konvent das Thema neu diskutieren. Jederzeit könne der Konvent Böcker abberufen, erklärt Horz auf Nachfrage.

Weitere Informationen

Wer sich ein unmittelbares Bild von Martin Böcker und dessen politischer Gesinnung machen möchte, braucht sich nur in entsprechende Blogs einzulesen:

www.dasgespraech.de

www.sezession.de

http://augengeradeaus.net/2011/07/munchner-bundeswehr-uni-untersagt-werbung-fur-neue-rechte/

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