Die neue Führungsspitze des Schulzweckverbands: (v.l.) Vize-Vorsitzender Thomas Loderer, Dritte Vorsitzende Ursula Mayer und Vorsitzender Landrat Christoph Göbel. Foto: nie

Christoph Göbel leitet verzwickten Verband

Neubiberg - Es gibt Ämter und Posten, nach denen sich keiner wirklich drängelt. Dazu gehört derzeit der Vorsitz im Zweckverband Staatliche weiterführende Schulen im Südosten des Landkreises München.

Es war eine schwere Geburt in der Verbandsversammlung in der Cafétéria des Gymnasiums Neubiberg , bis mit Landrat Christoph Göbel (CSU) ein neuer Chef gewählt war. „Ich mache das entgegen meiner verinnerlichten Überzeugung“, erklärte er. Lange mussten die 20 Verbandsräte warten, bis Göbel mit fast 25 Minuten Verspätung und einem freundlichen Lächeln erschien und am Kopfende des Sitzungstisches Platz nahm.

Göbel machte deutlich, dass der Zweckverband kommunal geführt werden muss: „Sinn des Zweckverbandes ist es nicht, dass der Landrat Vorsitzender ist und das Landratsamt die Arbeit macht. Wichtig ist die Nähe zur Bevölkerung.“ Es geht ihm darum, den Verband vom Kopf auf die Füße zu stellen. „Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, wie dieser Weg zügig zu beschreiten ist“, so Göbel. Der Verband müsse örtlich verankert sein, um den Ansprüchen vor Ort gerecht werden zu können. Die Personalkosten müssten von den Kommunen getragen werden. Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, ob der Verband weiterhin für vier weiterführende Schulen, die Gymnasien Neubiberg, Ottobrunn und Höhenkirchen sowie die Realschule Neubiberg, zuständig sein soll oder weniger Schulen betreuen solle. „Außerdem müssen wir uns im Kreistag damit auseinandersetzen, wie die Finanzierung aussehen soll“, so Göbel. Auf keinen Fall könne es eine Dauerlösung sein, dass der Landrat Vorsitzender des Verbandes sei. Von den 27 möglichen Stimmen bekam er 26. Zu seinen Stellvertretern wurden Thomas Loderer, Bürgermeister der Gemeinde Ottobrunn, und Ursula Mayer, Bürgermeisterin von Höhenkirchen-Siegertsbrunn, gewählt.

Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, hatte der bisherige Vize-Vorsitzende Günter Heyland, Bürgermeister von Neubiberg, die Sitzung eröffnet und ließ über einen Antrag von fünf Bürgermeistern über die künftige Struktur des Zweckverbandes beraten. Hier wurde deutlich, in welch schwierigem Fahrwasser sich der Verband befindet. Es gibt zu viele Baustellen und ungelöste Probleme. So erläuterte Heyland, dass die Suche nach einem neuen Geschäftsleiter bisher vergeblich gewesen sei. Kommissarischer Leiter ist Andreas Ortner vom Landratsamt. Dort ist er eigentlich als Ansprechpartner für die Wirtschaft im Landkreis tätig. Und dieser Aufgabe soll er sich in Kürze wieder primär widmen. „Nur zwei Bewerber haben sich gemeldet. Wir müssen neu ausschreiben“, so Ortner. Wenn man erfolgreich sein wolle und einen geeigneten Mitarbeiter finden wolle, sei es empfehlenswert, die Stelle höher zu dotieren. Gesucht wird auch ein Architekt oder Bau-Ingenieur. Allerdings befristet auf zwei Jahre.

Der Zweckverband geht davon aus, dass die laufenden Baumaßnahmen in der Zeit abgeschlossen werden können. Doch die Befristung erschwert den Erfolg bei der Suche. Auf dem Papier sind vier Stellen genehmigt, zu wenig, um funktionsfähig zu sein. „Es ist zu befürchten, dass von diesen Stellen nach dem 30. Juni nur zwei besetzt sind“, so Heyland. Empfohlen wurde, zwei weitere Mitarbeiter, also künftig sechs Personen, zu genehmigen. Doch diese hätten dann keinen Arbeitsplatz. Nur zwei kleine Zimmer im Landratsamt stehen zur Verfügung. „Da ist es empfehlenswert, eigene Räumlichkeiten außerhalb des Landratsamtes zu finden.“ Außerdem gebe es derzeit keinen Haushaltsplan für das laufende Jahr. „Wir haben aktuell niemanden, der den Haushalt bearbeiten kann“, so Heyand. Notwendig sei mehr Personal und eine neue, gestärkte Struktur sowie ein Standort, an dem effektiv gearbeitet werden könne, begründete Ursula Mayer den Antrag. Dieser wurde einstimmig gebilligt. (nie)

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