"Christus mansionem benedicat": Sternsinger wieder unterwegs

- Diakon Reitinger warnt vor "Trittbrettfahrern"

VON NORA GOEBBEL Landkreis - "Gufatanya kubaka" heißt auf ruandisch "Kinder bauen Brücken" und ist das diesjährige Motto für die kleinen Sternsinger der Pfarreien St. Otto und St. Stephanus in Hohenbrunn sowie St. Magdalena in Ottobrunn. Verkleidet als heilige Könige ziehen auch Markus und Maximilian Knispel, Benedikt und Teresa Scheungraber vom 4. bis 6. Januar von Haus zu Haus und singen für bedürftige Kinder in Ruanda, die jahrelang unter dem Bürgerkrieg leiden mussten. Wie viele andere junge Ministrantinnen und Ministranten der Pfarrämter im südlichen Landkreis bauen sie mit ihrem Einsatz Brücken der Solidarität zur "dritten Welt" und unterstützen Kinder mit Spenden. Dafür werfen sie sich in Schale als Caspar, Melchior und Balthasar, klingeln an Häusertüren und sprechen den Menschen in Liedern und Gedichten Glückwünsche fürs Jahr 2004 aus.

Zur letzte Generalprobe trafen sich gestern 21 Kinder in St. Nikolaus in Brunnthal und übten mit Chorleiterin Ingrid Blumoser, um am Dreikönigstag in den Ortsteilen Brunnthal, Kirchstockach, Neukirchstockach, Waldbrunn und in der Grundsiedlung ihr Bestes zu geben. Die Gekrönten bitten um Gaben für das weltweit tätige Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und die Kinder- und Jugendarbeit der Kuratie.

Dankesbriefe aus Tansania

Am 5. und 6. Januar werden auch die Jugendgruppen des Gebirgstrachtenvereins Georgenstoana in Baierbrunn und Buchenhain aktiv. Sie sammeln für ein Projekt von SOS-Kinderdorf und einer Missionsstation in Tansania. Das Geld soll außerdem Kindern in aktuellen Notsituationen zugute kommen. So werden etwa in Erdbeben- und Kriegsgebieten zerstörte Kinderdörfer wieder aufgebaut. Dass die Spenden tatsächlich ankommen, beweisen Dankesbriefe aus Tansania.

In Neubiberg freuen sich die Veranstalter der Aktion "Dreikönigssingen" heuer über einen ungewöhnlich großen Zulauf. 24 Sternsinger werden vom 4. bis 6. Januar durch die Straßen Neubibergs ziehen und erstmals auch die neue Siedlung "Auf der Heid" besuchen. Getragen wird die weltweit größte Solidaritätsaktion vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Mit den gesammelten Spenden werden aus der bundesweiten Aktion jährlich rund 3000 Projekte für Not leidende Kinder in Asien, Afrika, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa unterstützt.

Mit Rauchfass und Kreide

"Die Kinder der Aktion Dreikönigssingen sind durch das Ministrantengewand des Sternträgers zu erkennen und können sich ausweisen", so Diakon Ulrich Reitlinger. Mit diesem Hinweis möchte er das Leben von Trittbrettfahrern erschweren, die das Geld derzeit für ihre eigene Tasche sammeln. "Echte Sternsinger sind mit Rauchfass und Kreide unterwegs, singen oder sprechen einen Segenswunsch für Haus und Familie und schreiben den Segen 20 C+M+B 04 an die Haustüre", betont Dekan Czeslaw Lukasz von St. Albertus Magnus in Ottobrunn.

Diese Aufschrift gilt als kleiner Abschiedsgruß der Kinder - die lateinische Abkürzung bedeutet "Christus mansionem benedicat", also "Christus segne dieses Haus".

Auch interessant

Kommentare