+
Heinz Billing ist im Alter von 102 Jahren gestorben. 

Trauer um renommierten Wissenschaftler

Computerpionier Heinz Billing ist tot

Garching - Er war ein Pionier der Datenverarbeitung. Der renommierte Physiker Heinz Billing aus Garching ist im Alter von 102 Jahren gestorben.

Es ist zu einem großen Teil Heinz Billing zu verdanken, dass heute so gut wie jeder einen USB-Stick besitzt. Der Professor aus Garching (Landkreis München) hat das allererste Speichermedium erfunden. Ein Gerät, das eine Kapazität von 16 Bit hatte. Seit damals ist viel passiert. Die Welt ist hochtechnisch geworden. Und Heinz Billing hat dazu einen großen Beitrag geleistet.

Er war Physiker und ein Pionier der Datenverarbeitung. Und er war ein Mann mit unerschütterlichem Lebenswillen. Im April hätte er seinen 103. Geburtstag gefeiert. Und gelegentlich hatte er sogar schon von der Feier zu seinem 105. gesprochen. Seinen Geburtstag hat Heinz Billing nicht mehr erlebt. Er ist am Mittwoch in seiner Heimat Garching gestorben.

Dass er ein besonderer Mensch war, fiel schon früh auf. Sein Vater war Schulrektor und unterrichtete ihn zu Hause. Billing war so intelligent, dass er direkt von der ersten in die dritte Klasse versetzt wurde. Besonders das Rechnen lag ihm. Seine Freunde nannten ihn schon damals „Meister“.

Er baute am ersten deutschen Elektronenrechner

Der in Salzwedel geborene Wissenschaftler baute einige Jahre später an der Universität in Göttingen den ersten deutschen Elektronenrechner. Er war so groß wie ein Wohnzimmer. Das Projekt war damals so spektakulär, dass selbst der damalige Bundespräsident Theodor Heuss eine Demonstration bekommen wollte. Der Elektronenrechner, genannt G1, wurde für astronomische Berechnungen eingesetzt. Seit Billing in den 70er-Jahren nach Garching zog, beschäftigte er sich mit der Erforschung von Gravitationswellen, die beispielsweise entstehen, wenn große Objekte wie Sterne beschleunigt werden. Auch damals war er seiner Zeit um einiges voraus. Erst gut 40 Jahre später gelang es der Wissenschaft, Gravitationswellen eindeutig nachzuweisen. Billing freute sich sehr, als er davon erfuhr.

Für seine Forschung erhielt er zahlreiche bedeutende Auszeichnungen. Zu seinen Wegbegleitern zählten etwa der Ingenieur Konrad Zuse und der Physiker Werner Heisenberg. Heinz Billing gehörte zu den renommiertesten lebenden Physikern. 

kwo/nb/ps

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schwere Vorwürfe gegen Bademeister: Sexueller Vorfall oder Rufmord?  
Das Naturbad Furth wird bei Facebook scharf angegriffen. Einem Bademeister wird „sexuelle Belästigung“ eines dreijährigen Kindes vorgeworfen. Die genauen Hintergründe …
Schwere Vorwürfe gegen Bademeister: Sexueller Vorfall oder Rufmord?  
16-Jähriger erfindet Überfall auf Getränkemarkt
Ein maskierter Mann soll im Februar diesen Jahres einen Getränkemarkt am Bahnhof in Höhenkirchen ausgeraubt haben. Jetzt stellt sich heraus: Der Überfall war erfunden.
16-Jähriger erfindet Überfall auf Getränkemarkt
Die Kelle wandert weiter
Wechsel bei den Schulweghelfern in Haar: Edith Spreng gibt das Amt und die Organisation des Teams ab.
Die Kelle wandert weiter
Fischbach wird neuer Direktor
Benno Fischbach heißt der Neue am staatlichen Gymnasium in Pullach: Der 57-Jährige wird Direktor. Doch es ändert sich weit mehr an der Schule. 
Fischbach wird neuer Direktor

Kommentare