Containeranlage für anerkannte Flüchtlinge auf dem Bauhof

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - im Landkreis noch dabei sind, Unterkünfte für Asylbewerber zu suchen und zur Verfügung zu stellen, hat Höhenkirchen-Siegertsbrunn andere Probleme. Die Gemeinde muss für Wohnraum für anerkannte Asylbewerber sorgen, die zuvor in der Unterkunft an der Bahnhofstraße gelebt haben und nach dem Auszug obdachlos werden. Jetzt beabsichtigt die Gemeinde, eine Containeranlage als Obdachlosen-Unterkunft für 40 Personen an der Sportplatzstraße zu errichten.

Der Bauausschuss stimmte in seiner Juli-Sitzung dem Vorhaben zu und genehmigte die erforderlichen Befreiungen vom Bebauungsplan „Sportplatzstraße“. Die Anlage soll auf dem Areal des Bauhofs in Höhenkirchen errichtet werden - dort stehen wie berichtet bereits Notunterkünfte, diese sollen aufgelöst werden, wenn die Containeranlage aufgestellt ist.

Zu Engpässen war es zudem gekommen, weil die „Alte Apotheke“ aus Brandschutzgründen geschlossen werden musste. Auch im Ruf-Haus, in dem noch einige anerkannte Asylbewerber leben, wurden erhebliche Mängel festgestellt (wir berichteten). „Die Not ist groß“, betonte Zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD), die in Vertretung von Rathauschefin Ursula Mayer (CSU) die Sitzung leitete. In dem Moment, wo ein Asylantrag anerkannt werde, müssten die Menschen das Asylbewerberheim verlassen und auf dem freien Markt nach Wohnungen suchen. Doch diese seien so gut wie nicht zu bekommen, betonte Konwitschny. „Die Menschen finden hier bei uns nichts und woanders auch nicht.“

Dabei bemühe sich die Gemeinde, für Wohnraum zu sorgen, es seien beispielsweise viele Telefonate geführt worden, auch in benachbarten Orten. Derzeit sei Höhenkirchen-Siegertsbrunn die einzige Gemeinde im Landkreis, die mit dieser Problematik zu kämpfen habe, sagte die Zweite Bürgermeisterin. Sie verwies darauf, dass die anerkannten Asylbewerber in der Regel „sehr gut integriert“ seien. Daran habe der Arbeitskreis Asyl großen Anteil, der sich mit „viel Herzblut“ um die Menschen kümmere. Dass die Containeranlage über eine Gemeinschaftsküche verfügt, lobte Dritte Bürgermeisterin Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne). „Das ist bestimmt kommunikationsfördernd.“ Sie hätte einen zentraleren Platz für die Unterkunft bevorzugt, sagte Dittmann-Chylla. „Es ist aber nicht möglich und daher als zweite Wahl sehr gut geeignet.“

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