Container-Kindergarten statt "Ruck-Zuck-Bau"

- Kleine Neubiberger beziehen Provisorium am Floriansanger

VON SASCHA BERNHARDT Neubiberg - Kindergartenplätze sind zur Zeit schwer zu bekommen. Es fehlt vor allem an Räumen. Auch in Neubiberg. Trotzdem konnte gestern eine vierte Kindergruppe im Kindergarten am Floriansanger ihre Räume beziehen. Allerdings befinden sich diese Räume in acht eigens zu diesem Zweck hergestellten Containern, die neben dem Kindergarten aufgestellt wurden.

Sobald "An der Haid" ein neuer Kindergarten gebaut wird, zieht die Gruppe dorthin um. Das kann allerdings einige Zeit dauern. Die Gemeinde will es vermeiden, einen "Ruck-Zuck-Bau" zu errichten, wie Bürgermeisterin Johanna Rumschöttel (SPD) erklärte. Bei einem Rückgang der Nachfrage nach Kindergartenplätzen müsste man das Gebäude auch anderweitig Außen unansehnlich, innen angenehm nutzen können. Außerdem sei der Bedarf an Plätzen nur schwer einzuschätzen, weil viele Eltern sich erst sehr spät melden würden.

Die Bürgermeisterin übergab die geräumigen und gut ausgestatteten "Pavillons" den zwölf Kindern an ihrem ersten Kindergartentag. Die nach außenhin recht unansehnlichen Container sind innen erstaunlich angenehm eingerichtet. 13 weitere Kinder könnten in der Gruppe noch einen Platz finden.

"Es war uns wichtig, dass diese zusätzliche Gruppe genauso gut ausgestattet wird wie die anderen", erklärt Kindergartenleiterin Angela Matejka. Jede der drei anderen Gruppen stellte dazu etwas von ihren Möbeln und Spielzeugen zur Verfügung. "Diese Gruppe musste komplett neu eingerichtet werden: Betreuer, Räume und einiges mehr wurden in kürzester Zeit beschafft", erzählt Ruth Markwart-Kunas, die Vorsitzende des evangelischen Kindergartenvereins, der die Trägerschaft für die Gruppe übernimmt. "Es war unheimlich schwierig, in der Hauptferienzeit die notwendigen Maßnahmen in die Wege zu leiten", weiß Johanna Rumschöttel zu berichten. Nach dem Beschluss des Gemeinderates blieben nur gute zehn Wochen für die Errichtung der provisorischen Unterkunft. In dieser Zeit mussten Anschlüsse eingerichtet, geeignete Baufirmen gefunden und Betreuer verpflichtet werden. Dennoch konnte die neue Kindergruppe rechtzeitig ihre Arbeit aufnehmen.

Auch interessant

Kommentare