Zusammen in den neuen Lebensabschnitt: Lukas (6) und Amy (6) waren schon gemeinsam im Kindergarten.
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Zusammen in den neuen Lebensabschnitt: Lukas (6) und Amy (6) waren schon gemeinsam im Kindergarten.

Eindrücke aus Haar und Höhenkirchen-Siegertsbrunn

„Los geht’s“: Schulstart mit Hindernissen im Landkreis München

  • Laura May
    VonLaura May
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Erster Schultag im Landkreis: Überschattet wurde er von Maskenpflicht, Abstandsregelungen und der Angst vor einem erneuten Ende des Präsenzunterrichts. Die Schulleiter bleiben optimistisch.

Landkreis – Der Kopf der Erstklässler ist eine Schatztruhe, die ab jetzt mit den Kostbarkeiten des Wissens befüllt wird. So beschreibt Mindy Konwitschny (SPD) den Tag der Einschulung. „Für euch beginnt heute eine ganz tolle große Schatzsuche“, sagt Höhenkirchen-Siegertsbrunns Bürgermeisterin und blickt in die aufgeregten Kinderaugen der neuen Schüler an der Erich-Kästner-Grundschule.

Viele bunte Schultüten und Erwartungen

Die Einschulung war im ganzen Landkreis der Startschuss für ein Schuljahr, von dem sich viele mehr Normalität als im pandemiegeprägten Vorjahr erhoffen. „Wir legen keinen Fokus darauf, was nicht geht, sondern schauen nach vorn“, sagt Carolin Friedl, Schulleiterin der Grundschule am Jagdfeldring in Haar. Doch schon beim Einschulungsprozedere gibt Corona den Takt an. Die ersten Klassen in Haar können etwa nicht alle gemeinsam begrüßt werden. Die Willkommensreden von Schulleiterin Friedl, Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) und die Darbietungen der Klassen 2a und 2b müssen deshalb für jede Klasse wiederholt werden. Neben der Kontrolle von 3G Regel, Abständen und Maskenpflicht ist das eine organisatorische Mammutaufgabe für viele Schulen. „Der Arbeitsaufwand ist schon enorm“, sagt Torsten Bergmühl, Schulleiter der Erich- Kästner-Grundschule. Auch hier werden die drei neuen ersten Klassen einzeln in verschiedenen Zeitfenstern begrüßt. In der zweiten Grundschule des Ortes, Sigoho-Marchwart, wurden Schüler und Eltern getrennt in Klassenzimmern und der Mehrzweckhalle willkommen geheißen, wie Bürgermeisterin Konwitschny erzählt.

„Ich freue mich aufs Lernen“, sagt Ben (7), der von seinen Eltern Daniel und Julia Berger und von seiner Schwester Lina (5) zur Einschulung begleitet wurde.

Trotz allem freuen sich viele Kinderherzen auf den Beginn ihrer Schullaufbahn – und bringen neben ihren Schultüten auch alle ganz eigene Erwartungen an die nächsten Jahre mit. „Ich bin besonders gespannt auf die Turnhalle“, sagt etwa der sechsjährige Lukas in Haar. Er ist besonders glücklich über eine vertraute Begleiterin an seinem ersten Schultag, denn Amy (6), die heute auch eingeschult wird, war bereits mit ihm im Kindergarten. Und auch in Höhenkirchen-Siegertsbrunn fiebern die frisch gebackenen Schulkinder dem Start entgegen: „Ich freue mich auf Lesen, Schreiben und Rechnen“ sagt etwa die sechsjährige Hanna, die heute in Begleitung ihres Bruders Julian (4) und ihrer Eltern diesen großen Tag bestreitet. „Ich freue mich am meisten aufs Lernen“, sagt Ben (7). Seine Eltern, Daniel und Julia Berger, können da nur schmunzeln: „Das hätten wir gerne schriftlich, um es ihm später einmal zu zeigen“, sagen sie.

Offene Clubs, aber Schüler-Maskenpflicht

Ein Schulkind, zwei Schultüten: Hanna (6) wurde von ihrem Bruder Julian (4) und ihren Eltern begleitet.

Die meisten Eltern blicken am ersten Schultag ihrer Kinder auch hinsichtlich Corona zuversichtlich in die Zukunft, nur die Tatsache, dass die Kleinen auch im Klassenzimmer Maske tragen müssen, obwohl sie alle zweimal die Woche getestet werden, sorgt für Unmut: „Die Discos machen auf, aber Schüler müssen in den Klassen Masken tragen“, äußert etwa Daniel Berger seinen Unmut.

Die beiden Schulleiter machen weiterhin das Beste aus der Situation, „wir müssen uns ja anpassen“, sagt Torsten Bergmühl von der Erich- Kästner-Grundschule. Auch Carolin Friedl blickt in Haar optimistisch nach vorn, ihre Schule sei soweit sehr gut vorbereitet. „Wir hoffen auf so viel Präsenzunterricht wie möglich“, sagt sie. Bergmühl in Höhenkirchen-Siegertsbrunn gibt die Hoffnung nicht auf, dass ab Oktober dann die Maskenpflicht in den Klassenzimmern fällt. Zum Abschluss seiner Begrüßungsrede hält er den Buchstaben L in die Luft: „Das ist ein L für Los geht’s.“

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