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„Bayern muss Bayern bleiben“: Heimatminister Markus Söder will in Sachen Integration keine Kompromisse eingehen.

Vorwiesn-Anstich

Bier, Brezen und die bayerische Denkweise

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Aying - Kommt ein Mittelfranke nach Oberbayern. Nein, kein Treppenwitz, sondern der Beginn eines Lobliedes auf den Freistaat, das Markus Söder beim Vorwiesn-Anstich angestimmt und mit markigen Ansagen ausklingen hat lassen.

Wer an diesem Abend in den Sixt-Hof kommt, braucht für das bayerische Lebensgefühl nicht mehr viel tun: Es ist alles da. Das Ambiente gemütlich, die Gäste in Dirndl und Lederhosen. Und selbst die Politikprominenz scheint sich abgesprochen zu haben: das Trachtensakko dominiert. Da steht auch Ehrengast und Festredner Markus Söder nicht hinten an. Der Heimatminister kommt, natürlich, in beige mit grünem Kragen. 

Auf Einladung von Florian Hahn, CSU-Bundestagsabgeordneter des Landkreises München, ist Söder, wie die rund 150 anderen Gäste, zum Vorwiesn-Anstich in den historischen Festsaal gekommen. Kurz vor dem offiziellen Oktoberfest-Auftakt in München steht auch in Aying, dem Prototypen des oberbayerischen Idylls, alles im Zeichen des bayerischen Lebensgefühls. Kühles Bier, resche Brezen, saftiger Schweinsbraten und zünftige Blasmusik – noch mehr Bayern ist kaum vorstellbar. Bis Söder ans Rednerpult tritt und ein Loblied auf den Freistaat anstimmt.

Söder: "Bayern muss Bayern bleiben"

„Für mich ist Bayern das schönste Land der Welt“, sagt er – und erntet tosenden Applaus. Florierender Wirtschaftsstandort, gemütliche Wohlfühloase, eine Mischung aus „Tradition und Fortschritt“ eben. Weitmehr als nur ein Bundesland: „Bayern ist ein Lebensgefühl“, schwärmt Söder. Seine Aufgabe als Politiker: diese Identität erhalten. „Bayern muss Bayern bleiben.“ 

Ein Satz, und urplötzlich wird aus der bayerischen Gemütlichkeit Wahlkampf. Gerad noch erzählt Söder von dem „wohligen Gefühl“, das ihn beim Überfahren der bayerischen Landesgrenze immer ereilt. Im nächsten Moment fordert er eine Obergrenze für Flüchtlinge. Eine „unbeschränkte Zuwanderung“ sei nicht mehr zu vertreten.

„Im vergangenen September haben wir in Bayern eine hochchristliche Visitenkarte abgegeben“, erinnert er an den Flüchtlingsstrom vom Vorjahr. Während andere Bundesländer strauchelten, habe der Freistaat gehandelt, eine der „großen Stärken Bayerns. Aber alles kommt an seine Grenzen“. 

Burka-Verbot und Obergrenze: Schon lange keine rein "bayerische Denkweise" mehr

Gerade in Sachen Integration sieht der Heimatminister nämlich eine „unglaublich schwierige Aufgabe“ auf Deutschland zukommen. Kompromisse dürfe man dabei keine eingehen. „Wer hierher kommt, muss sich unseren Sitten und Gebräuchen anpassen – nicht andersrum.“ Diese „bayerische Denkweise“ sei schon lange keine rein bayerische mehr. Söder bezieht sich auf eine Umfrage des Spiegel. Demnach lehnen 82 Prozent aller Deutschen die Merkel’sche Flüchtlingspolitik ab. 

Auch zum Dauer-Streitthema Burka-Verbot bezieht Söder deutlich Position. Bei aller Weltoffenheit dürfe man seine Ideale nicht vergessen. Und die Burka sei nun einmal ein „Signal der Abgrenzung“, sagt Söder: „Und wer sich bewusst abgrenzt, muss nicht hier in Bayern leben.“

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