Daniel Kuhagen wechselt vom Gymnasium auf Schloss Windsor

- Jeder Neunt- oder Zehntklässler kann sich für Stipenium bewerben

Kirchheim - Der ehemalige Schülersprecher des Kirchheimer Gymnasiums, Daniel Kuhagen, lebt inzwischen in einem englischen Schloss aus dem 12. Jahrhundert, mit Tennisplätzen und Schwimmbad. Jedenfalls ist das sein Zuhause, wenn er zur Schule geht. Von Weihnachten bis Neujahr war der Elftklässler erstmals nach drei Monaten richtig daheim, bei seinen Eltern in Kirchheim. Seit September lebt der 18-Jährige als Schüler im Atlantic College in Windsor Castle am atlantischen Ozean in England, besucht mit Schülern aus 80 Nationen als Stipendiat ein sogenanntes UWC, United World College.

"Diese wunderschöne Art, zur Schule zu gehen, steht jedem offen. Man muss sich nur bewerben", sagt Kuhagen. "Ich bin überglücklich, dort zu sein. Die Lehrer sind alle sehr bemüht, die Betreuung ist gut und es ist so schön mit Schülern aus der ganzen Welt zusammenzuarbeiten und -zuleben, die Spaß an Unterricht und Schule haben, lernen wollen." Seine Eltern waren zunächst weniger begeistert. Mutter Ilka dachte, es handele sich bei der Einrichtung um eine Sekte. Das UWC wurde aber vor sechs Jahren von großen Persönlichkeiten aus verschiedenen Ländern gegründet. So wird das UWC durch Königin Nur von Jordanien und Nelson Mandela repräsentiert, auch Bundespräsidente Johannes Rau sitzt im Vorstand.

Ziel der Privatschule ist es, jungen Menschen aus den verschiedensten Ländern der Welt zusammenzubringen und so Toleranz zu fördern. Über 7000 Schüler aus mehr als 100 Ländern besuchen derzeit diese Weltschule. Sie schließen am Ende der 12. Klasse mit dem International anerkannten Bachelor-Diplom ab. UWCs gibt es in Kanada, Hongkong, Indien, Italien, England, Norwegen, Zwasiland, Singapur, Amerika und Venezuela.

Entscheidend sind nicht die Noten

Daniel Kuhagen bewarb sich Ende 2002 beim Deutschen Komitee unter www.uwc.de. Er musste Lebenslauf, Aufsätze, verschiedene Abhandlungen und ähnliche Aufnahmeunterlagen abliefern. Es gab Treffen der Bewerber, Wochenendtrainings. Schließlich kam die Zusage. Wie bei Waldorfschulen, ordnen sich die Eltern bei der Schulgeldbemessung selbst ein. Wer kann, zahlt 2500 Euro monatlich, wem dies nicht möglich ist, kann sogar nur 100 Euro finanzieren. Das sind die Grenzen, in denen das Schulgeld eingestuft werden kann. Die nationalen Komitees, jeweils Stiftungen, finanziert von Spendern, zahlen die Differenz.

Noten sind nicht das Ausschlaggebende für die Aufnahme, betont Kuhagen. Er sei auch nie ein Klassenprimus gewesen. Das Engagement des Schülers, der Wille und Wunsch, über den nationalen Tellerrand zu schauen, sei wichtig.

A. Ganssmüller-Maluche Bewerbung für ein Stipendium unter: www.uwc.de, oder bei laura.Hendersonuwc.net.

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