"Das war wieder ein Rückschritt"

- Hartmanns deutliche Worte

Unterhaching - Die SpVgg Unterhaching tritt in der Zweiten Liga nicht nur auf der Stelle, sondern machte mit dem 0:3 in Nürnberg einen weiteren Schritt rückwärts. "Wir müssen akzeptieren, dass der Club für uns derzeit eine Nummer zu groß ist", meinte Trainer Wolfgang Frank nach dem siebten Spiel in Folge ohne Sieg. Derlei Erklärungen kennt man allerdings inzwischen zur Genüge, ein Fortschritt ist seit Wochen trotz aller Erkenntnis nicht zu sehen. Langsam stellt sich die Frage: Wie lange schaut das Präsidium noch zu, wann gerät der Coach selbst in die Diskussion? Das ruhige Arbeiten mit Rückendeckung des Vereins ist spätestens seit Sonntag vorbei. Manager Norbert Hartmann stellte knallhart fest: "Wir werden uns Gedanken bezüglich der Leistungen der letzten sieben Spiele machen. Ich habe schon Fortschritte gesehen, aber das Spiel in Nürnberg war wieder ein Rückschritt. Und das hatte nichts damit zu tun, dass der Club stark ist. Unterm Strich sind wir nicht recht weitergekommen." Und auch Franks Philosophie von der vollen Konzentration auf das nächste Spiel - und nur das - steht auf dem Prüfstand. "Wir müssen uns jetzt auf acht Endspiele einstellen. Es reicht nicht mehr zu sagen: Wir legen irgendwann den Schalter um, gewinnen mal wieder ein Spiel, und dann wird der Rest ein Selbstläufer."

Die klare Ansage des Managers: "Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist zwölf." Mit Blick auf die Situation vor zwei Jahren ergibt sich eine erschreckende Parallele. Auch damals verlor die SpVgg am 26. Spieltag, lag auf dem 13. Tabellenplatz, hatte allerdings mit vier Punkten sogar noch einen Zähler mehr Vorsprung auf die Abstiegsplätze als momentan. Es folgte das legendäre 8:0 über Saarbrücken, das nur vorübergehend für Entspannung sorgte. Schließlich musste Trainer Rainer Adrion gehen. Zu spät, wie nach dem Abstieg klar wurde.

"Diese Parallele sehe ich nicht", sagt Hartmann zwar, "damals hatten wir eine Mannschaft aus Bundesliga-Spielern, jetzt eher einen Fundus aus Regionalliga-Spielern. Allerdings haben wir auch erfahrene Leute in der Mannschaft, von denen mehr kommen muss." Als nächste Pflichtaufgabe steht das Heimspiel gegen den Tabellenletzten Osnabrück an, "da müssen wir natürlich gewinnen," so Hartmann. Trainer Frank wird auch bei einem Sieg nicht ganz aus der Schusslinie kommen, zumindest das dürfte die bittere Erfahrung aus dem Abstiegsjahr 2002 auf jeden Fall nach sich ziehen.

Christian Amberg

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