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Der Baggersee im Osten des Feringasees ist durch den Kiesaushub für die Autobahnanschlussstelle entstanden.

Biotop oder Badesee

Ein zweiter Badesee in Unterföhring?

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Biotop oder zweiter Badesee? Die neue Wasserfläche nordöstlich des Feringasees will die SPD Unterföhring Badegästen zugänglich machen. Ein Kanal soll beide Seen verbinden, so könnte man in einem Boot vom Feringasee zum neuen Baggersee paddeln.

Diese Ideen hatten im Gemeinderat Unterföhring keine Durchschlagskraft: Mit 6:16 lehnte die Mehrheit einen zweiten Freizeit-See ab. Die Wasserfläche im Osten des Feringasees ist beim Bau der Autobahnanschlussstelle – von der Bevölkerung fast unbemerkt – entstanden. Das Grundstück südlich der A99 hatte der Bund als Ausgleichsfläche für den Autobahnbau erworben und hier Kies für den Bau der Anschlussstelle entnommen. 


Mit dem Boot vom Feringasee zum Baggersee paddeln?

Der kleine neue Baggersee ist im Osten des Feringasees entstanden (grünweiße Fläche).

Weil das Grundwasser sehr hoch steht, bildete sich ein etwa sieben Meter tiefer See (wir berichteten)

Wasserfläche wird noch größer werden

Die Baggersee-Fläche wird weiterwachsen, wenn der achtspurige Ausbau der A99 beginnt. 300 000 Kubikmeter Kies darf die Autobahndirektion Südbayern laut Planfeststellungsbeschluss entnehmen. Während der Naherholungsverein die SPD-Pläne begrüßt, fordert die Unterföhringer Agenda 21: Das Gelände soll Fauna und Flora überlassen bleiben.

Agenda 21 fordert ein Biotop

Agenda-Sprecher Josef Trundt warnt in einem Brief, den Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) in der Sitzung vorlas: Grundsätzliche Fragen seien nicht geklärt. Ein Kanal zwischen den Seen könnte dazu führen, dass Brackwasser entsteht. „Ein weiterer See würde zum verkehrstechnischen Kollaps führen.“ Schon jetzt sei der Feringasee im Sommer so stark frequentiert, dass es Wildparker gebe und die Parksituation chaotisch sei, bis aus Rosenheim, Augsburg, Landshut kämen die Badegäste, schreibt Trundt. Die Meinungen, was aus dem Baggersee werden soll, gehen weit auseinander. Als sich eine heiße Debatte entspann, bremste Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer: Noch gehört die Fläche dem Bund, der auch für das Gelände haftet, falls es Wildbadende anzieht. „Die Entscheidung muss nicht übers Knie gebrochen werden.“ In den nächsten Jahren würden noch etwa 150 000 Kubikmeter Kies entnommen. „Wir sollten uns alle Optionen offen halten.“ Was die SPD vorhabe, sei „der fünfte Schritt vor dem ersten“. 

CSU und PWU wollen renaturieren

Landwirt Johann Zehetmair (PWU) hat bei einem zweiten Badesee große Bedenken: „Stärkere Frequentierung würde mehr Verkehr hervorrufen und die Bevölkerung belasten.“ Sein Vorschlag: Renaturieren! Unterstützt wird er von der CSU. Sprecher Manfred Axenbeck führte ein weiteres Argument an: In dem Areal gebe es einen Wildwechsel, die Tiere überqueren auf der alten Autobahnbrücke die A99. Die SPD sieht es anders: „Auch der Mensch hat ein Anrecht auf Erholungsfläche“, findet Weingärtner. Was den Verkehr betreffe: Man könnte einen Badebus anbieten. Ein Fuß- und Radweg soll die Seen verbinden. Ein Konzept könnte man mit dem Naherholungsverein entwickeln, der hat ja auch schon die Anlagen am Feringasee geplant. „Der Feringasee ist eine Erfolgsgeschichte“, sagte Schwarz: Ein zweiter See sei eine Chance. „Ich verstehe den Pessimismus nicht. Die Unterföhringer sollen hinterradeln können.“ Mir sollte frühzeitig planen. Doch überzeugen konnte der Vorschlag nicht: „Wir haben unsere Schuldigkeit für die Naherholung im Raum München getan. Ich glaube schon, dass es jetzt reicht. Wir sollten die Fläche der Natur zurückgeben“, fand Lorenz Ilmberger (CSU). Der SPD-Antrag wurde abgelehnt. Nach Abschluss der Kiesentnahme will die Gemeinde mit der Autobahndirektion Südbayern ein Konzept für die Nachfolgenutzung entwickeln und sich vorerst alles offen halten.

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