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Zünftig, griabig, boarisch geht's in Aying zu, beispielsweise beim Trachtenflohmarkt. Und das soll nach Meinung vieler so bleiben.

Debatte über neues Bauland

Angst vor Ansturm auf Aying

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Aying – Stadt, Land, Aying: Neuer Wohnraum ja, zu viele Zuzügler nein.  Der Kompromiss: Die Einwohnerzahl langsam steigern.

Im Ayinger Gemeinderat gibt es Bedenken, dass sich zu viele Menschen im Ort ansiedeln und die Infrastruktur gefährden – und zwar durch eine geplante Ausweisung von neuem Bauland. 

Trotzdem wurde der Weg für das Bauleitverfahren nördlich des Osterholzfeldes in Großhelfendorf freigemacht. Dort könnten theoretisch nach den Vorstellungen des Planers Hans Baumann aus Moosach (Kreis Ebersberg) 100 bis 120 Personen eine neue Heimat finden. 

Manchen Ratsmitgliedern wäre an einer geringeren Zahl gelegen. „Habt Ihr keine Angst, dass wir durch so viele Leute unsere Infrastruktur gefährden?“, fragte Andreas Eder (PWH). Sein Gefühl sage ihm, dass die Gemeinde „enorm aufpassen“ müsse, um keinen Schneeballeffekt auszulösen. Würde sie nicht Vorsicht walten lassen, müsste Aying weitere Einrichtungen schaffen, beispielsweise für die Kinderbetreuung. 

Auch Franz Inselkammer junior (CSU) empfand die vorgeschlagene Bebauung als „an einem Platz geballt zu viel.“ Vorgesehen sind Einzel- und Doppelhäuser, eine Reihenhausanlage und zwei Mehrgeschossbauten. Das sei keine dörfliche Struktur mehr, urteilte Georg Fritzmeier (PWH). 

Für Bürgermeister Hans Eichler (PWH) ist es in Ordnung, in Bahnhofsnähe verdichtet zu bauen. Gerade bei den kleineren Wohnungen denkt er vor allem an die junge Bevölkerung: „Uns wandern die jungen Leute ab, weil wir ihnen nichts anbieten können, was für sie in Frage kommt. Wer kann sich’s noch leisten, als Normalbürger etwas zu erwerben?“ Denkbar wäre nach Ansicht des Rathauschefs ein Einheimischenmodell oder Erbpachtlösungen, um Wohnungen attraktiv zu machen. 

Die Kommune plant mehrere Ausweisungen von Wohngebieten. Als Grundstücksbesitzerin hat die Gemeinde die Bebauung in der Hand. Alles auf einmal zu bebauen, sei weder der Wunsch noch das Ziel, betonte Eichler. Vielmehr müssten die Verkäufe, um insbesondere Verbindlichkeiten außerhalb des Haushalts abzubezahlen, auf 15 Jahre gestreckt werden. Mehr als 80 Zuzüge im Jahr sollten im Gemeindegebiet nicht überschritten werden.

 „Wir können nicht beim Bauland sofort alles abverkaufen“, betonte Eichler. Vizebürgermeister Josef Bachmair (FWGA) sprach diesbezüglich von einem Spagat: „Wir wollen einerseits nicht bei der Bevölkerung explodieren und andererseits für junge Leute bezahlbaren Wohnraum schaffen.“ Und auch Werner Fauth (FWGA) meinte: „Wir haben eine Verpflichtung, mit unserem erworbenen Boden sorgfältig umzugehen.“ Fritzmeier forderte ganz klar: „Unsere Gemeinde muss ländlicher Bereich bleiben. Deswegen keine Schlafstadt.“ 

Eichler sprach von einem guten Mix an Gebäuden, den Baumann geplant habe. „Unser Auftrag war, dass dort jeder wohnen kann“, schloss Karin Lechner (FWGA) die Debatte ab. Die Strukturplanung wurde schließlich mehrheitlich befürwortet.

wjr

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