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95. Geburtstag von Gabriele Gebhard

Herzensanliegen Wagnerhaus

Deisenhofen - „Es passt net leicht schener jemand zu dem Haus als du“, sagte Florian Schelle, Vorsitzender des Vereins Heimatfreunde Wagnerhaus, jetzt zum 95. Geburtstag von Gabriele Gebhard. Rund 20 Gäste ließen die Jubilarin gestern Mittag in der Tenne des historischen Wagnerhauses bei einem Weißwurstfrühstück hochleben.

Schon zu Beginn der Bemühungen, den alten Bauernhof, der 1721 erbaut wurde und bis 1991 noch bewohnt war, zu erhalten und eine denkmalgerechte Nutzung zu ermöglichen, war Gabriele Gebhard mit von der Partie. In dem 1998 gegründeten Verein Heimatfreunde Wagnerhaus hat sie die Mitgliedsnummer 10 und konnte nach Worten des Vorstands durch ihre Fachkenntnisse in der Denkmalpflege sowie ihre Kontakte zum Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege den Verein stets unterstützen.

Gabriele Gebhard ist in Haidhausen aufgewachsen und zog 1941, als die Familie ausgebombt wurde und der Vater kurz darauf verstarb, mit ihrer Mutter und Schwester ins „Sommerhaus“ nach Deisenhofen. Nach dem Notabitur studierte sie an der Kunstakademie Textilrestaurierung. Mit viel Glück entkam sie kurz vor Ende des Krieges einem Einberufungsbescheid zur Flak und tauchte kurzerhand im Allgäu unter.

Nach dem Krieg musste dann zunächst die Münchner Wohnung wieder hergerichtet werden, und so war sie häufig zwischen Oberhaching und München unterwegs. Gebhard arbeitete zu dieser Zeit beim Roten Kreuz und richtete ein Kinderheim in Deisenhofen wieder her, das ihre Großmutter gegründet hatte. Dann wurde sie abgezogen, um in Gefangenenlagern in ganz Bayern auszuhelfen. Schließlich erhielt sie 1948 eine Anstellung im Landesamt für Denkmalpflege, wo sie 15 Jahre tätig war. Nachdem sie den Generalkonservator des Amtes Professor Thomas Gebhard geheiratet hatte, hörte sie dort auf, arbeitete aber freiberuflich 60 Jahre lang weiter bis zu ihrem 89. Lebensjahr. Die Familie lebte in Oberhaching, und so manche Vereinsfahne, die in die Jahre gekommen war, wurde von ihr wieder zum Leuchten gebracht. So war ihr auch das Wagnerhaus ein Herzensanliegen, und sie stand bei der behutsamen Pflege des Bauernhofs, Reparaturen und der Organisation von Veranstaltungen in der Tenne mit Rat und Tat zur Seite, bis sie vor gut zwei Jahren als Ehrenmitglied des Vereins in den „Ruhestand“ ging. „Es ist ein Glücksfall, wenn nicht nur die Bereitschaft da ist, sich ehrenamtlich zu engagieren, sondern dazu noch Fachwissen kommt“, freute sich Bürgermeister Stefan Schelle bei der Geburtstagsfeier.Birgit Davies

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