Mit Botschaften an den Betrachter hält sich Renate Seitz in ihren Ausstellungen vornehm zurück. Foto: bro

Deisenhofner Künstlerin Renate Seitz mit „Pinselgrafien“ im Rathaus

Oberhaching - Zeichen und Symbole faszinieren die Deisenhofner Künstlerin Renate Seitz von jeher.

In einer Ausstellung im Foyer des Oberhachinger Rathauses macht die Malerin anhand ihrer abstrakten Bilder deutlich, dass Zeichen - als archaische Vorstufen von Schrift - nicht nur Inhalte vermitteln, sondern auch einen hohen ästhetischen Reiz besitzen.

In ihren Arbeiten wandelt Seitz Zeichen und Symbole ab, abstrahiert sie. Außerdem erfindet sie mit Vorliebe neue. Im Rathaus sind 57 teils großformatige Bilder der Künstlerin zu sehen. Sie zeigt auch ihre neuesten Arbeiten, die sie „Pinselgrafien“ nennt. Dabei pinselt, collagiert, unter- und übermalt sie und kratzt den Untergrund aus - abwechselnd in Öl, Acryl mit Flüssigpigmenten und Ölkreiden. Die Deisenhofnerin, geboren in Königsberg, hat an der Städtischen Kunstschule in Augsburg studiert mit Schwerpunkt Textil-Design, Malerei und Gebrauchsgrafik. Sie arbeitete als Designerin in der Industrie, später als freiberufliche Grafikerin. Mit der Malerei beschäftigt sie sich seit fast 40 Jahren. Seit 1977 hat Seitz Ausstellungen im In- und Ausland und ist Mitglied der Münchner Künstlergruppe „GEDOK“.

Angefangen hat sie mit gegenständlichen Darstellungen und sich so diversen Themen gewidmet. „Diese Bilder sind Vergangenheit“, sagt die Künstlerin. „Sie werde ich nicht mehr ausstellen.“ Ihre jüngste Ausstellung in ihrer Heimatgemeinde Oberhaching ist 18 Jahre her. Damals zeigte Seitz vornehmlich Wortbilder. Nach und nach hat die Malerin die Wörter zu Zeichen reduziert. Ihre Malerei ist abstrakt. „Das soll allerdings nicht heißen, dass sich darin keinerlei verborgene Gedanken aufspüren ließen. Man kann darin Inhalte finden, muss aber nicht“, betont die Künstlerin.

Mit Botschaften an den Betrachter hält sich Seitz zurück. Schon bei ihrer Ausstellung in Oberhaching 1992 erklärte sie: „Ich sage nichts, ich male lieber.“ Die Künstlerin lächelt: „Das gilt heute immer noch.“ Ihr Atelier liegt unterm Dach im Haus in Deisenhofen. Dieses ist nur über eine schmale Treppe zu erreichen. „Um größere Arbeiten über die Wendeltreppe aus meinem Atelier herunterzubringen, musste ich sie in Diptychen oder Triptychen unterteilen und danach zusammenmontieren“, so Seitz. Dies habe zu neuen Experimenten geführt. „Ich verschob Bildteile gegeneinander und fügte verschiedene Formate zusammen. Solche Montagen, die durch Formen und Farben eine neue Bildsprache ergeben, können zu überdimensionalen Zeichen werden.“ So etwas sei aber in keiner Einrahmung fassbar, die überdies auch störend wirken würde. „Deshalb führe ich solche Arbeiten unter der Rubrik ,Bilder aus dem Rahmen’, erklärt die Künstlerin den Titel ihrer Ausstellung.

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