Landtagsabgeordnete Susanna Tausendfreund (in blauer Bluse) hat sich intensiv mit dem Thema der Mobilfunkantennen in den Gemeinden auseinandergesetzt. Die Demonstranten hörten ihr aufmerksam zu. Foto: big

Demonstration gegen Mobilfunksmog

Siegertsbrunn - Mit einer Demonstration haben jetzt die Grünen in Siegertsbrunn gegen Mobilfunkantennen auf Hausdächern protestiert.

Der Zug, bestehend aus 26 Frauen und Männern, zog von der Kirche St. Peter in Siegertsbrunn zum Moarhof und wieder zurück. Auf dem Hof befindet sich eine Antenne, die vor einiger Zeit noch aufgestockt wurde. Zwei kleine Plakate hielt die Gruppe in die Höhe, die von Nachbarn neugierig beäugt wurde, weil sie von einem Polizeiauto begleitet wurde.

Die Botschaft lautete: „Kein Mobilfunk auf unseren Dächern.“ Bevor sich der Zug in der Sommerhitze in Bewegung setzte, erläuterte Grünen-Landtagsabgeordnete Susanna Tausendfreund aus Pullach die rechtliche Situation, denn die ungeliebten Mobilfunkantennen sind nicht genehmigungspflichtig, wenn sie eine Höhe von zehn Metern unterschreiten. Die Genehmigungspflicht unterliege dem Landesrecht, die einzelnen Kommunen seien also teilweise die Hände gebunden.

Möglichkeiten, um Antennen auf Privathäusern zu verbieten, gebe es dennoch. So müsse der jeweilige Bebauungsplan umstrukturiert werden. Darüber hinaus könnten die Gemeinden im Flächennutzungsplan Außenbereiche als Positivstandorte ausweisen, andere Areale, etwa in der Ortsmitte, wiederum ausschließen. „Es ist wichtig, zu signalisieren: Bis hierhin und nicht weiter“, betonte Tausendfreund. Entscheidend sei, dass für die betreffenden Flächen, in der keine neuen Antennen geduldet werden - alte haben Bestandsschutz - auch ein Bebauungsplan existiert. „Man braucht dieses Instrument, wo Art und Maß der baulichen Nutzung festgelegt sind“, erläuterte die Landtagsabgeordnete. Die Kommunen seien aufgefordert, ihre Bebauungspläne entsprechend nachzubessern. „Das ist viel Arbeit für die Verwaltung“, so Tausendfreund. Mit Blick auf Höhenkirchen-Siegertsbrunn sagte sie: „Die Bürgermeisterin sollte absolut dahinter stehen.“ Ein Mitdemonstrant fand: „Das ist ein Punkt, da sollten die Parteien in die Offensive gehen.“

Da konnte Luitgart Dittmann-Chylla, Sprecherin der Grünen im Landkreis München sowie in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, nur zustimmen. Sie verwies darauf, dass die Grünen im Ort ein Mobilfunkkonzept angestoßen hätten. Daher seien auch die Messungen durch das Umweltinstitut München erfolgt, die bis vor einem Jahr unter dem so genannten Salzburger Wert lagen. Unklar sei allerdings, wie hoch die Werte beim Moarhof derzeit seien. „Ich gehe der Sache nach“, versprach Dittmann-Chylla. Sie will die Messdaten vom Umweltinstitut anfordern. Unmut machte sich bei den Anwesenden breit, weil die Bürgermeisterin versprochen habe, die bisher gemessenen Daten im Gemeindeblatt zu veröffentlichen: „Doch das ist nie passiert.“

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