"Den Kraftakt Regionalliga-Abstieg kann man nur einmal überleben"

- SpVgg-Präsident Kupka über Finanzen, Krisen und Ziele

Unterhaching - Die SpVgg Unterhaching zwischen einer durchwachsenen Vorrunde und großen Plänen für die Rückrunde der 2. Fußball-Bundesliga. "Möglichst vor dem letzten Spieltag den Klassenerhalt schaffen", so heißt das klar formulierte Saisonziel von Präsident Engelbert Kupka, das er auch im Merkur-Interview betonte.

Herr Kupka, vor einem Ausblick: Wie sieht Ihre Bilanz für 2003 aus?

Kupka: Auf jeden Fall positiv. Wir sind aufgestiegen, das war überlebensnotwendig. Leider haben wir dann die Träume nach den gewonnenen ersten Spielen nicht weitergeträumt. Aber wir sind wieder gefestigt, den Ernst der Lage muss jetzt jeder begriffen haben.

Mit der Notwendigkeit des Aufstiegs sprechen Sie auch die finanzielle Situation an.

Kupka: In der heutigen Zeit wäre es schwer, einen Abstieg in die Regionalliga nochmal zu überleben. Diesen Kraftakt kann man nur einmal machen. Das müssen auch die Spieler begreifen und für den Verein leben. Leute, die sagen ,wenn es hier nicht klappt, gehe ich woanders hin`, können wir deswegen nicht brauchen.

Sie sprechen immer von einem Umbruch im Fußball. Kann das Modell der SpVgg ohne Schulden auf Dauer funktionieren?

Kupka: Es geht gar nicht anders. Wir sind ein kleiner Verein, in dem jeder Vorstand persönlich mit seinem Vermögen haftet. Ich gehe davon aus, dass man auch so konkurrenzfähig bleiben kann, auch wenn man vielleicht nicht immer Spitzenleistungen erzielen kann. Aber was bringt es, immer den großen Erfolg zu wollen, den sich am Ende doch nur wenige teilen?

Können Sie nach den drei aktuellen Abgängen die Kritik an der Einkaufspolitik verstehen, die ja auch vom Thema Geldnot geprägt war?

Kupka: Natürlich kann ich die verstehen. Aber wer das kritisiert, soll mir sagen, wen wir hätten nehmen sollen. Erstens ist für einen Aufsteiger der Markt immer schon leer. Zweitens müssen wir Schulden begleichen und sehen, dass wir eine Mannschaft bekommen, die die Klasse erhalten kann. Dazu braucht man ein paar Spieler mehr.

Die aber - wenn schon keine Ablöse - auch Gehalt kosten.

Kupka: Aber wer nicht bei den Profis gespielt hat, hat in der Bayernliga gespielt. Und diese Mannschaft soll in die Regionalliga aufsteigen. Damit hätten wir eine halbe Million mehr an Einnahmen und diese Mannschaft könnte sich finanzieren, während sie derzeit viel Geld kostet. Und wir hätten dann auch eine Ebene, Spieler besser an die Bundesliga heranzuführen.

Hat die Krise in der Vorrunde auch die Zusammenarbeit zwischen Präsidium und Trainer beeinflusst?

Kupka: Mit dem Trainer haben wir nie eine Krise gehabt. Wir arbeiten sehr gut zusammen, mischen uns aber nicht ein. Das Problem der Krise war die Einstellung der Spieler, die unzufrieden waren und sich zum Beispiel öffentlich zu Wort gemeldet haben. Auch wir vom Präsidium haben uns in dieser Phase mit Spielern unterhalten, das ist ganz normal.

Für eine erfolgreiche Rückrunde ist der Weg geebnet?

Kupka: Die Trainer leisten hervorragende Arbeit und wir haben eine Mannschaft, die schon gezeigt hat, dass sie es kann. Wenn sie weiter arbeitet wie sie es schon getan hat, werden wir unsere Ziele sicher erreichen.

Das Gespräch führte

Christian Amberg

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