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Nichts geht mehr: Die Isarbrücke zwischen Garching und Ismaning ist vollgesperrt. Nicht gerade zur Freude der Bürgermeister.

„Wos sei muas, muas sei“

Stillstand an der Isar: Das denken die Bürgermeister über die Sperrung der B471-Brücke 

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Seit Montag ist die B 471-Brücke über die Isar zwischen Garching und Ismaning komplett gesperrt. Die Bürgermeister sind nicht glücklich mit der Entscheidung des Staatlichen Bauamts.

Garching/Ismaning – Seit Montag ist die B 471-Brücke über die Isar zwischen Garching und Ismaning komplett gesperrt. Seitdem müssen Pendler in beide Richtungen die Umleitung über Mintraching, Hallbergmoos und Grüneck nehmen – oder auf die A 99 oder den Föhringer Ring ausweichen. Doch auch hier wird gebaut.

Für Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) ist die kurzfristig anberaumte Komplettsperrung ein Unding. „Ich hätten mir gewünscht, dass man uns rechtzeitig informiert“, sagt er. Er selbst habe auch erst kurz vor Veröffentlichung der Pressemitteilung am Freitag erfahren, dass die Isarbrücke komplett gesperrt wird. Wie berichtet, waren bei den Sanierungsarbeiten größere Schäden vorgefunden worden als zunächst angenommen. Deshalb ist die Komplettsperrung für die Sicherheit der Arbeiter und die Stabilität der Brücke nötig geworden.

Sperrung der Isarbrücke: „Dass was gemacht werden muss, war schon lange klar“

Deshalb müssen jetzt alle Auto- und Krad-Fahrer über die nördliche Umleitung über Grüneck und Hallbergmoos – der Schwerlastverkehr musste das schon während der Teilsperre. „Aber da steht halt auch alles“, berichtet Greulich aus eigener Erfahrung. Und südlich der B 471, über die A 99 oder den Föhringer Ring, geht auch nicht viel. Das Problem: Auch hier wird gebaut. Der seit Monaten befürchtete Stillstand im Münchner Norden ist jetzt Gewissheit.

Warum die Baubehörden offenbar sehenden Auges in ein mögliches Verkehrschaos gerannt sind, versteht Greulich nicht. „Dass was gemacht werden muss, war schon lange klar.“ Ebenso, dass die geplanten Umleitungen während den Bauarbeiten Problemzonen sind. „Wir hätten uns gewünscht, dass man uns mit einbindet. Wir hätten auch Tipps zur Streckenführung geben können“, sagt er.

Sperrung der Isarbrücke: Garchings Vize-Bürgermeister fordert freie Fahrt für Schulbusse

Ähnlich irritiert ist Garchings Zweiter Bürgermeister Alfons Kraft (Bürger für Garching); „Es wundert mich, dass das Tragsystem nicht schon letztes Jahr gemacht wurde, als die Asphaltschicht nachgebessert wurde. Da hätte man den Zustand an der Brückenunterseite, der ja jetzt zum Handeln zwingt, doch bereits erkennen müssen.“ Doch der Zweite Bürgermeister zeigt sich auch verständnisvoll: „Wos sei muas, muas sei.“ Und dann lieber mit einer Komplettsperre, bevor die Arbeiter in Gefahr geraten.

Gleichzeitig fordert Kraft eine Lösung für die Schüler, sollte die Sanierung nicht wie geplant abgeschlossen sein: „Schulbusse müssen über die Brücke fahren dürfen, damit die Schüler rechtzeitig zum Unterricht kommen!“ Außerdem müsse für Garching – durch die Stadt rollen jetzt deutlich mehr Fahrzeuge als zunächst angenommen – „nachvollziehbare und rechtzeitige Umleitungs- und Hinweisbeschilderung umgesetzt werden“.

Nach der Sanierung der Isarbrücke dürfte dann vorerst Ruhe sein zwischen Garching und Ismaning – zumindest vorerst. Denn die nächsten Arbeiten an der Isarbrücke werden bereits vom Staatlichen Bauamt Freising geplant. In fünf bis sieben Jahren soll sie komplett neu gebaut werden.

Lesen Sie auch: Gemeinden fordern Fahrverbot für Schwerlastverkehr auf B471

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