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Modern, aber offensichtlich schlecht belüftet: Im Garchinger Gymnasium klagen Schüler und Lehrer über die schlechte Luftqualität.

Eltern und Kinder beklagen stickige Luft im Gymnasium

Dicke Luft, verhärtete Fronten

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Garching - Im Streit um die Luftqualität im Garchinger Gymnasium sind die Fronten verhärtet. Auf der einen Seite sieht der Bürgermeister „keine Gesundheitsgefahr“, auf der anderen Seite gibt es laut Schulleitung weiterhin Klagen von Kindern und Lehrern.

Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) bekommt heute Besuch im Ismaninger Rathaus. Zu Gast sind besorgte Eltern, deren Kinder im Nachbarort Garching aufs Gymnasium gehen. Ihre Klagen dürften von ähnlicher Natur sein wie vor zwei Monaten, als Vertreter des Elternbeirats bei Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) vorstellig wurden, der zugleich Vorsitzender des Zweckverbands ist. 

Es geht um die Luft im Gymnasium, genauer gesagt um die „Raumluftqualität“, wie es in bestem Amtsdeutsch heißt. Geht es nach der Schulleitung und etlichen Eltern, ist es um diese nicht gut bestellt; in mehreren Räumen sei es stickig und heiß, zudem würden Schüler und Lehrer regelmäßig über Kopfweh und Unwohlsein klagen. Derweil verweist Bürgermeister Gruchmann auf ein Gutachten, wonach die gemessenen Kohlenstoffdioxidwerte „nicht bedenklich oder schädlich“ sind.

 Nach einer sehr emotionalen Auseinandersetzung sind die Fronten zwischen Schule und Rathaus mittlerweile verhärtet – das hat sich nun auch bei der jüngsten Sitzung des Zweckverbands gezeigt. Da berichtete Gruchmann auf Nachfrage, dass dem Elternbeirat eine Zusammenfassung des Gutachtens vorgelegt wurde, „und das hatte offenbar eine beruhigende Wirkung“. Doch das wollte Ralf Laupitz, Chemielehrer und Mitglied der Schulleitung, so nicht stehen lassen: „Dass sich bei Ihnen keine Eltern gemeldet haben, heißt nicht, dass alles in Ordnung ist.“ Vielmehr bekräftigte er, dass es nach wie vor Beschwerden von Schülern und Lehrern gebe, und betonte: „In dem Gutachten steht, dass wir keine gute Luftqualität in dem Schulhaus haben, sondern eine mäßige bis schlechte Luftqualität.“ 

Das wiederum bezweifelt Bürgermeister Dietmar Gruchmann, der anmerkte: „Ich glaube nicht, dass es signifikant nachweisbar ist, dass die Beschwerden von der Raumluft verursacht werden.“ Zugleich betonte er, dass seine Verwaltung gerne mit der Schulleitung zusammenarbeiten würde, „wenn diese Vorwurfshaltung, die mal im Raum stand, zurückgenommen wird.“ Eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung verwies darauf, dass das Betriebskonzept für die Lüftungsanlage zurzeit überarbeitet werde. Zudem kündigte Gruchmann an: „Wir werden noch mal Messungen durchführen.“

 All das konnte die Schulleitung jedoch nur bedingt besänftigen. Vielmehr forderte Rektor Martin Eidenschink, die Lüftungsanlage noch einmal nachzujustieren. Zumal es einzelne Räume im Gymnasium gebe, in denen die Luft gut sei, sagte der Schulleiter. „Aber es gibt auch Räume, in denen es schon nach kurzer Zeit extrem stickig ist. Und da nützt auch Stoßlüften nichts.“ 

Greulich fasste den Sachverhalt wie folgt zusammen: „Es geht um die Optimierung einer Lüftungsanlage, die mangelfrei ist und der Sollbeschaffenheit entspricht.“ Und weiter: „Wenn jetzt das Betriebskonzept überarbeitet wird, dann sind wir auf dem richtigen Weg.“ Ob die Eltern, die ihn heute besuchen, das jedoch genauso sehen, darf bezweifelt werden.

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