„Die aktuelle Klage ist nur ein Nebenkriegsschauplatz“

Dürrnhaar - Rund 30 Bürger aus Dürrnhaar begehren gehen den Weiterbetrieb der Kiesgrube in dem Ayinger Ortsteil auf.

Eine Bürgerinitiative hat sich dazu gegründet, die nun erstmalig einen Vorstand wählt. Mit dem Interimsvorsitzenden Otto Pecher sprach unser Mitarbeiter Wolfgang Rotzsche.

-Wer gehört Ihrer Bürgerinitiative an?

Der Kreis der Mitglieder rekrutiert sich aus Dürrnhaarer Familien, die sich um ihre Gesundheit, die Gesundheit ihrer Kinder und die Lebensqualität in Dürrnhaar ganz generell sorgen. Dies geht durch alle Schichten, vielleicht sind prozentual mehr „Neu-Dürrnhaarer“ dabei.

-Aber nicht alle wollen gegen den Freistaat Bayern klagen, oder?

Nein. Innerhalb der Bürgerinitiative gibt es die Klägergemeinschaft (KG) mit derzeit 26 Mitgliedern, die die Klage mit jeweils 500 Euro (alle sind Eigentümer) unterstützen. Das ist für die meisten Menschen viel Geld, und es war wohl zunächst ein Missverständnis, dass es der Initiative nur um eine Klage gegen den aktuellen Genehmigungsbescheid zur Kiesabgrabung geht. Ein Mitglied in der KG ist nicht automatisch Mitglied der Initiative und umgekehrt. Man kann also Mitglied der Initiative werden, sich dort engagieren, ohne die Klage finanziell zu unterstützen. Die Beiträge werden erst bei der Vollversammlung durch die Mitglieder selbst festgelegt.

-Und wie soll es weitergehen?

Die aktuelle Klage ist tatsächlich nur ein „Nebenkriegsschauplatz“. Es geht nicht um das „Für“ oder das „Gegen“ eine Firma. Hier haben es die verantwortlichen Behörden aus unserer Sicht schlicht versäumt, mit der gebotenen Sorgfalt eine Gesundheitsgefährdung der Bewohner und deren Kinder auszuschließen. Eine den wissenschaftlichen Standards genügende Umwelt-/Gesundheitsverträglichkeitsprüfung liegt hier auch nach Ansicht unabhängiger Experten nicht vor.

-Aber es wird doch nicht nur geklagt…

Ganz unabhängig von der Klage werden wir die notwendigen Schritte einleiten, um Klarheit über die bestehende und sich entwickelnde Belastungssituation im Ort zu schaffen. Nur damit ist eine Basis gegeben, unter anderem entsprechend des so genannten Feinstauburteils, in Zukunft lenkend in die Planungen zur Ansiedlung von Gewerbe eingreifen zu können. 2015 steht eine Verschärfung der Grenzwerte durch die EU an, gegebenenfalls verbunden mit empfindlichen Strafzahlungen an die EU, falls die Behörden hier nicht entsprechend handeln, um die Grenzwerte für die Bevölkerung einzuhalten.

Mitgliederversammlung

Die erste Mitgliederversammlung findet am Donnerstag, 7. Juli, um 20 Uhr, im „Rulands‘ Inn“ in Dürrnhaar statt.

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