„Land unter“ - Gewitterfront rollt über Deutschland - Autofahrerin muss aus Geröllmassen gerettet werden

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Franz Reicherzer (50)

„Die Energievision 2.0 soll viel praxisbezogener sein.“

Landkreis - Franz Reicherzer (50) ist seit Januar 2013 Stabsstellenleiter für die Energievision des Landkreises München. Diese bleibt in den nächsten Jahren ein weites Aufgabenfeld.

-Warum ist die Energievision des Landkreises gescheitert?

Aus damaliger Sicht war die Formulierung der Energievision visionär und treffend. Wir mussten nur erkennen, dass die Energiewende allenfalls im bundesdeutschen Maßstab zu verwirklichen sein wird. Das Tempo der Energiewende wird in hohem Maße von gesetzlichen Regelungen bestimmt und ist auch davon abhängig, wie sehr unsere Gesellschaft selbst diese Energiewende will und ihr Verhalten danach ausrichtet. Da wird sich der Landkreisbürger nicht anders verhalten als der durchschnittliche Bundesbürger. Weil wir im Landkreis einen hohen Zuzug haben, lässt sich das Einsparziel von 60 Prozent ausgehend vom Energieverbrauch des Jahres 2005 einfach nicht halten.

-Ist es realistisch, dass er Landkreis seinen Energieverbrauch regenerativ herstellen wird?

Die Produktion von erneuerbarer Energie ist flächenabhängig. In einem Ballungsraum wie dem Landkreis München wird Fläche aber auch für andere Funktionen, etwa für Siedlungen und Verkehr, aber auch für Landwirtschaft, Freizeit und Erholung, gebraucht. Die Energie, die wir verbrauchen auf Flächen innerhalb des Landkreises zu erzeugen, wird vielleicht nicht ganz gelingen. Da müssen wir den Umgriff größer fassen, denn andere, ländlich geprägte Räume, können dafür zum Teil mehr Energie liefern als sie selbst benötigen. Bei uns, wo das Gewerbe gut aufgestellt ist, ist die Produktivität groß - der Energieverbrauch steigt. Dennoch sollten wir alles tun, um das im Landkreis verfügbare Potenzial für erneuerbare Energien zu nutzen.

-Welche Ziele wird der Workshop verfolgen?

Die Teilnehmer werden sich Gedanken machen, was der Landkreis in seinem Wirkungskreis beeinflussen kann und wie er Bürger, Kommunen und Unternehmen einbindet. Zum zehnten Jahrestag am 20. März 2016 soll die Energievision 2.0 fertig sein. Sie wird viel praxisbezogener sein.

-Wie kann man die Unternehmen einbinden?

Wir haben das Problem erkannt. Die Unternehmen verursachen knapp 50 Prozent des Energieverbrauchs im Landkreis. Dieses Handlungsfeld wurde bisher nicht bearbeitet. Ab 1. März tritt eine Klimaschutzmanagerin eine neue Stelle im Landratsamt an, die sich vor allem um die Zusammenarbeit mit den Unternehmen kümmern wird.

Das Gespräch führte

Charlotte Borst.

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