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Unterföhring beginnt in diesem Jahr acht Großprojekte

Sparguthaben klettert auf neuen Rekord: 443 Millionen

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Unterföhring - Keine Attacke aus der SPD, kein giftiger Schlagabtausch der Fraktionen: Die Unterföhringer Gemeinderäte haben sich auf die immer wieder geforderte Prioritätenliste geeinigt und den Haushalt 2016 einstimmig beschlossen.

Der Druck der letzten Monate scheint raus zu sein. Ein Konsens ist gefunden. Ruhig trug Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) seine Haushaltsrede vor. 

Von elf auf acht Projekte

„Im Gegensatz zu manch anderer Umlandgemeinde ist Unterföhring in der beneidenswerten Lage, dass wir uns nicht darüber unterhalten, wofür wir unser Geld ausgeben, sondern in welcher Reihenfolge wir unsere Projekte realisieren.“ „Einvernehmlich“ hat sich der Finanzausschuss darauf geeinigt, was dringend umgesetzt werden muss und welche Zeitschiene realistisch ist. Vor einem Jahr hatte die SPD vor Verschuldung gewarnt und angesichts von Projekten wie dem Feststadl gegen den Finanzplan gestimmt. Thomas Weingärtner hatte die gestiegenen Ausgaben kritisiert, weil der Gesamthaushalt von 145,5 auf 160 Millionen Euro gestiegenen war. Und obwohl dieser inzwischen kräftig weitergewachsen ist auf 234, 1 Millionen (Verwaltungshaushalt 133,8 Mio., Vermögenshaushalt 101,1 Mio.), kam nun von der SPD keine Beschwerde. Eine vierte Sitzung, die zusätzlich anberaumt wurde, brachte den Konsens. Denn nach den üblichen drei Sitzungen hatte der Finanzausschuss mit elf Projekten immer noch zu viele Punkte auf der „To-Do-Liste“. „Das hätte kein gutes Licht auf den Gemeinderat geworfen“, sagte Manuel Prieler (PWU). Jeder habe sich ein Stückchen bewegen müssen. Schließlich einigte man sich auf acht Großprojekte, die die Verwaltung stemmen kann und die die Gemeinde 2016 beginnen wird:

- die Ortsrand-Eingrünung am Etzweg
die Erweiterung der Kläranlage

- die Sanierung des Sportzentrums an der Jahnstraße 

- die ersten Aufzüge für die Miethäuser an der Fichtenstraße 

- die Parkgarage im Gewerbegebiet Ost - der Neubau für Volkshochschule und Musikschule 

- die Planungen für das Gymnasium und die zweite Grundschule

- der Sportpark an der Mitterferfeldallee 


Die Bauprojekte für 2016 kosten 33,7 Millionen. 

"Für jeden ist etwas dabei"

„Sie sehen, für jeden ist etwas dabei“, scherzte Kemmelmeyer und betonte: „Unsere weiteren Projekte werden wir gemäß dem Finanzplan in den Folgejahren angehen.“ Sein Dank gilt den Gewerbebetrieben: Die 11 000-Einwohner-Gemeinde darf sich bei den Gewerbesteuereinnahmen wieder über einen neuen Rekord freuen: „Mit 179 Millionen Euro liegen wir im Landkreis ganz vorne.“ – Zum Vergleich: 2015 nahm die 18 000-Einwohner-Gemeinde Taufkirchen 9,7 Millionen Euro Gewerbesteuer ein, aktuell sind acht Millionen angesetzt. 

Kinderbetreuung bleibt kostenlos für Eltern und sogar die Müllgebühren sinken


Unterföhring dagegen profitiert weiter vom Geldsegen: 2015 konnte die schuldenfreie Gemeinde alle Projekte und Baumaßnahmen bezahlen und gleichzeitig das Sparkonto weiter füllen: um 102 Millionen auf 443 Millionen Euro. „Wir können die aktuellen und künftigen Projekte ohne Kredite abwickeln“, sagte Kemmelmeyer. Weiterhin bleibt die Kinderbetreuung für Unterföhringer Eltern kostenlos: 6,4 Millionen Euro plant die Gemeinde dafür ein (2014 hat diese Gratisleistung 5,1 Millionen gekostet). Auch bei den Kulturangeboten wird es keine Einschnitte geben. Und sogar die Müllgebühren werden aufgrund der höheren Einwohnerzahl deutlich reduziert. Einen „Risikoposten“ sieht Kemmelmeyer bei der Kreisumlage, die mit den Rekordeinnahmen mitwächst: 2015 überwies Unterföhring 25,4 Millionen ans Landratsamt, 2016 werden es 52 Millionen und 2017 sogar 71 Millionen sein. Den Konsens-Kurs bekräftigte Jutta Schödl (SPD): Sie dankte für die „konstruktiven“ Sitzungen im Finanzausschuss, und Josef Ebert (CSU) lobte Kämmerer Johann Blank für die kompetente Unterrichtung.


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