Er macht’s noch einmal: Diemtar Gruchmann (51) mit Peter Paul Gantzer (l.) und Manfred Solbrig. Foto: Dieter Michalek

Dietmar Gruchmann startet zum zweiten Anlauf

Garching - Der 16. März 2008 war ein schwarzer Tag für die Garchinger SPD. Nach 36 Jahren verloren die Genossen das Rathaus an die CSU-Herausforderin Hannelore Gabor. Dietmar Gruchmann hatte nach dem ersten Wahlgang mit 35 Prozent noch neun Prozent Vorsprung, verlor dann aber gegen eine Allianz der anderen Gruppierungen, die einen Wechsel wollten.

Noch heute sieht die SPD im Landkreis dies als eine der bittersten Niederlagen der vergangenen Jahre an. Gestern nun warb der 51-jährige Gruchmann dafür, ihm die Zurückeroberung des Rathaus-Chefsessels anzuvertrauen und bekam das Traumvotum mit 32 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.

Gruchmann blickte auf „eine besondere Situation“ 2008 zurück, stand zu seiner Demotivation nach der Wahl, auch weil seine Frau verstarb. „Ich habe wieder Spaß an der Politik gefunden“, rief er aber auch den Parteifreunden zu. Bestärkt wurde er von Peter Paul Gantzer: „Er war immer mein Lieblingskandidat.“

Gruchmann sagte deutlich, aus Fehlern der ersten Kandidatur gelernt zu haben. Er versprach, dem Rathauspersonal wieder den Rücken zu stärken. „Die laufenden Geschäfte werden nicht abgehandelt, wie es sein müsste.“ Er spottete über „den Büroleiter von Hannelore, der mehr den Wahlkampfhelfer gibt“ und die Energiewende, „die Hannelore Gabor völlig entglitten ist“.

Bezahlbarer Wohnraum, Angebote für Jugendliche und Integration nannte er als Schwerpunkte des anstehenden Wahlkampfes. Gruchmann betonte, dass die SPD als stärkste Fraktion im Stadtrat keine destruktive Politik mache, sondern im Sinne der Garchinger entscheide. Die CSU-Bürgermeisterin hätte keinen ihrer fünf präsentierten Haushalte ohne die Stimmen der SPD durchgebracht.

Mit Blick auf seinen zweiten Bürgermeisteranlauf sieht Gruchmann nun eine grundlegend veränderte Situation. Es gelte, in die Stichwahl zu kommen. Dort erhofft er sich dann die Unterstützung der Grünen sowie der Bürger für Garching.

Die Analyse der Niederlage von 2008 ergab, dass die SPD ihre Wähler zum zweiten Wahlgang nicht mehr motivieren konnte und die Anhänger der kleinen Gruppierungen den Stichwahl-Empfehlungen folgten.

Gruchmann ist 51 Jahre alt und bezeichnete sich „als echtes Münchner Kindl“ mit Eltern, deren Wurzeln in Plauen und Berlin liegen. 1990 war er Mitbegründer des Garchinger Magazins „Stadtspiegel“, dessen Verlag er heute allein führt. Gruchmann hat eine 24-jährige Tochter. Zur Nominierung stellte er seine Lebensgefährtin Antje vor.

Damit er seine Hausbesuche starten kann, wurde Dietmar Gruchmann vorab nominiert. Ende Oktober soll die Stadtratsliste präsentiert werden, kündigte der Ortsverein an. Abwechselnd sollen männliche und weibliche Bewerber auf der Liste stehen. Laut Gruchmann stehen 24 Kandidaten bereit, offen seien nur noch finale Fragen bezüglich der genauen Listenplätze. Nico Bauer

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