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Lkw donnern weiter durch die Dörfer

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Haar - Trotz der Lärmbelastung durch die Kieslaster: Es wird keine Werkstraße im Zick-Zack-Kurs durch Haarer Flur geben. Das hat der Bauausschuss erneut bekräftigt. Um den Lärm loszuwerden, hatten Salmdorfer, Gronsdorfer und Ottendichler Bürger zuvor in einer hitzigen Diskussion (wir berichteten) von Bürgermeister Helmut Dworzak (SPD) verlangt, diese Variante zu bauen.

Laut Hermann Oswald, Geschäftsführer des Kiesquetschwerks, ist das die einzige Trasse, die sofort umsetzbar ist. Doch die Beurteilung des Verkehrsplaners Heinz Harbauer fiel anders aus: "Nicht funktionsfähig" lautete sein Urteil, dem sich der Bauausschus anschloss, bei einer Gegenstimme von Paul Wieser (CSU). Unsäglich verschlungene Verschwenkungen in der Straßenführung, überteuerte Unterführungen - all das wäre nötig, um den Lastverkehr auf der privaten Werkstraße zu halten. Weiteres Handicap bei dieser Anbindung: Die Einmündung in die B 471 liegt auf Feldkirchener Grund, und die Nachbargemeinde hat eine Werkstraße bereits kategorisch abgelehnt.

Selbst wenn Feldkichen einlenken würde, wäre das Problem nur für die nach Norden abfahrenden Laster gelöst. Liegt das Ziel im Süden, würde der Lkw-Verkehr mitten durch Ottendichl und Haar rollen. Möglich wäre laut Verkehrsplaner auch, die Johann-Karg-Straße vor Ottendichl zu sperren, doch dann müsste der Teilbereich der Werkstraße am nördlichen Ortsrand öffentlich gewidmet werden. "Damit würden wir eine neue Rennstrecke um das Münchner Messegelände eröffnen und hätten sicher ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in den Ortsteilen", befürchtet Dworzak.

Auch die vom CSU-Landtagsabgeordneten Ernst Weidenbusch geforderte Sperrung der Verbindungsstraße zwischen Gronsdorf und Salmdorf fand im Rat keine Zustimmung. Dworzak: "Damit würden wir Salmdorf vom öffentlichen Straßennetz regelrecht abschneiden. Weite Umwege wären die Folge."

Die Gemeinde Haar will weiter den Dialog mit dem Quetschwerk suchen und politischen Druck zur Realisierung der Trasse zum De-Gasperi-Bogen ausüben. Diese sieht auch der Verkehrsplaner als die ideale Lösung an - und Mitarbeiter des Planungsreferates der Landeshauptstadt haben im zweiten Anlauf Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Claudia Erl

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