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Notunterkunft in Schwierigkeiten: Das Gebäude am Einsteinring in Dornach ist eigentlich für Büros und Arbeitnehmer gedacht, die abends nach Hause gehen. Derzeit sind in den Räumen aber Asylbewerber untergebracht. Auf Toilette gehen sie in Dixi-Klos, geduscht wird in einem Lkw mit Duschen.

Missstände in der Asylunterkunft am Einsteinring

"Unhaltbare Zustände in Dornach"

Es glich einem Paukenschlag, als am Montag Ernst Weidenbusch (CSU) im Kreistag das Wort ergriff: „Unhaltbar“ seien die Zustände in der Asylunterkunft am Dornacher Einsteinring.

Die Einrichtung der Regierung von Oberbayern spotte jeder Beschreibung und diene dazu, den Landkreis als ausführendes Organ in Misskredit zu bringen. Landrat Christoph Göbel musste seinem Parteifreund recht geben. Sagte aber auch, er habe bereits mit Maria Els, der Vizepräsidentin der Regierung von Oberbayern, gesprochen. Seit einigen Wochen ist die Unterkunft in Dornach in Betrieb. Ein leerstehendes Bürogebäude wird genutzt. Derzeit können bis zu 2500 Menschen Unterschlupf finden. Betrieben wird die Unterkunft von den Johannitern im Auftrag der Regierung von Oberbayern.

Ihr wirft Weidenbusch vor, nur dann vor Ort zu sein, wenn es der eigenen Medienwirksamkeit diene. Käme allerdings abends ein Bus mit Flüchtlingen an, sei niemand zu sehen. Er hält es für unverschämt, auf der einen Seite die Bevölkerung um Lebensmittelspenden in bestimmten Verpackungseinheiten zu bitten und auf der anderen Seite nicht für Ordnung sorgen zu können. Die Lage sei dermaßen desolat, sagte er. Es sei kaum vorstellbar, dass es ähnlich schlimme Zustände irgendwo sonst in Oberbayern gebe. „Ich gehe bewusst an die Öffentlichkeit, weil ich eine Rückmeldung provozieren möchte“, sagte Weidenbusch. Und fügte an: „Man sollte dem Regierungspräsidenten deutlich machen, dass wir im Landkreis unsere Standards haben.“

Harte Worte – die Göbel inhaltlich nur bestätigen konnte. Wie er sagt, hat er gestern mit Maria Els gesprochen, und sie habe ihm Nachbesserungen zugesagt. Göbel wies auch darauf hin, dass die Nutzung des Gebäudes baurechtlich lediglich „geduldet“ sei, aber nicht genehmigungsfähig. Im Moment sind in Dornach pro Tag zwischen 300 und 500 Menschen untergebracht. Das sind deutlich weniger als vor einigen Wochen. Vorgesehen ist, dass sie nur kurz bleiben, meist weniger als 24 Stunden.

Angesprochen auf die Kritik aus der Politik sagt Gerhard Bieber: „Es ist ein Bürogebäude und es bleibt eines.“ Dass die Zustände vor Ort schlimm sein sollen, kommentiert der Pressesprecher der Johanniter abwägend. Natürlich sehe es manchmal unordentlich aus auf dem Gelände, etwa, wenn mehrere Hundert Menschen die Einmaldecken aus der Verpackung holten – und sich dann eben viel Plastikmüll staple, ehe er im Müllpresscontainer verschwinde. Auch die Tatsache, dass die Menschen nach langer Flucht ihre Wäsche schnell in einem der Waschbecken in den Büros waschen und sie dann zum Trocknen ans Fenster hängen, sei sicher für einen „normalen deutschen Standard“ gewöhnungsbedürftig, sagte Gerhard Bieber. „Für unser Auge, das gepflegte Siedlungen gewohnt ist, mag das hin und wieder verstörend wirken.“

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