Drei Cousins auf Diebestour

In einer Nacht haben die Männer 16 neuwertige Radl in Unterschleißheim gestohlen. Und sind prompt gleich erwischt worden. 

Unterschleißheim– Groß auf Diebestour unterwegs gewesen sind drei Männer in Unterschleißheim. Jetzt bekamen sie dafür die Quittung: Das Amtsgericht München verurteilte die Cousins im Altervon 20, 54 und 52 Jahren wegen des besonders schweren Diebstahls in 16 Fällen und in Mittäterschaft zu jeweils einem Jahr und neun Monaten Bewährungsstrafe. Die Berufung, die die Männer eingelegt hatten, ist damit vom Tisch.

Wie das Gericht mitteilt, waren die Drei im Juli 2016 mit einem Fiat Ducato von Ungarn nach Unterschleißheim gefahren, wo einer der drei als Maurer arbeitete. Der Älteste fuhr den Transporter, da er nach eigenen Angaben plante, im Raum Nürnberg gebrauchte Räder anzukaufen und nach Ungarn zu überführen, um sie dort herzurichten und zu verkaufen. Gegen Mitternacht seien sie auf die Idee gekommen, schon in Unterschleißheim zu stehlen.

Gedacht, getan: Zu dritt fuhren sie durch die Stadt. Ihre Beute: 16 neuwertige Fahrräder. Auf ihrer Diebestour handelten sie arbeitsteilig: Einer stand Schmiere, während ein anderer das Schloss hielt, damit der Dritte es leichter mit einer großen Zange beziehungsweise einem kleinen Bolzenschneider aufzwicken konnte. Die Räder hatten einen Wert von insgesamt circa 5700 Euro. Mit dem Verkaufserlös wollten die Cousins ihren Lebensunterhalt aufbessern. Ihr Pech: Bei einem der Diebstähle hatte sie eine Anwohnerin beobachtet und die Polizei gerufen. So konnten zwei der Täter noch in der Nacht verhaftet werden, der Dritte etwas später.

Zur Höhe der Strafe heißt es im Urteil: „Die Angeklagten haben, auch wenn sie die Kabelschlösser von Fahrrädern mit speziellen Werkzeugen aufbrachen, sich nicht sonderlich professionell verhalten. Bei Eintreffen der Polizei waren sie kooperativ und sofort geständig. Die Angeklagten haben zwar relativ gute Fahrräder entwendet, jedoch nicht ausschließlich im hochpreisigen Bereich, wie dies von anderen Verfahren bekannt ist. Zu ihren Gunsten war auch zu sehen, dass sie sich in Untersuchungshaft befanden.“ Zwei der Männer säßen bereits seit zweieinhalb Monaten ein, der dritte Mann für 20 Tage. „Die Haftzeit hat sie sichtlich beeindruckt“, heißt es. Das Gericht setzte die Freiheitsstrafen zur Bewährung aus, hielt Gefängnisstrafen für nicht notwendig: „Die Angeklagten sind, zumindest ist dies nicht nachweisbar, nicht lediglich dazu nach Deutschland eingereist, um in erheblichem Umfang Straftaten zu begehen. Der Angeklagte X. hat eine feste Arbeitsstelle in Deutschland, befindet sich seit drei Jahren in einem festen Arbeitsverhältnis, hat seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland. Der Angeklagte Y. hat glaubhaft bekundet, dass er sehr häufig nach Deutschland fährt, um bei einem Händler in Herzogenaurach Fahrräder und Möbelstücke zu kaufen, um sie dann gewinnbringend in Ungarn zu verkaufen. Es ist davon auszugehen, dass die Angeklagten aufgrund eines Spontanentschlusses handelten.“  mm

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