Staus in Oberhaching

„Langsam habe ich kein Verständnis mehr“

Oberhaching - Was drei Oberhachinger über den Dauer-Stau, die diversen Baustellen im Ort und planerische Defizite sagen.

Noch bis zum 1. November müssen die Bürger in Oberhaching Geduld haben: Dann sollen die Bauarbeiten in der Münchner Straße abgeschlossen sein und die Verkehrslage sich entspannen. Seit Juni ist die die Ortsdurchfahrt in Oberhaching gesperrt (wir berichteten). Es werden neue Wasserleitungen sowie Fernwärmerohre verlegt. Anwohner und Pendler sind von den Staus genervt. Die Bürger haben zwar meist Verständnis für die Bauarbeiten, nicht aber für die Planung und Koordination. Denn in Oberhaching wird zurzeit an zwölf Stellen gleichzeitig gebaut: In Ahornstraße, Bannzaunweg, Fichtenstraße, Gänslerweg, Hahilingastraße, Holzstraße, Josef-Weigl-Straße, Josefstraße, Leonhardiweg, Linienstraße, Münchner Straße und Pfarrweg werden Fernwärmeleitungen verlegt. Viele Oberhachinger wünschen sich für die Sanierung und Umgestaltung der Staatsstraße nächstes Jahr eine bessere Organisation – drei Reaktionen dazu aus dem Ort. 

Christina Dinné (44), Diplom Sportökonomin, wohnt in der Kohlstattstraße: „Wenn man grundsätzliche Modernisierungsarbeiten macht, dann geht es nicht ohne Baustelle, dafür habe ich Verständnis. Aber ich sehne die Zeit herbei, in der wir sie nicht mehr haben. Weil es staut sich zurzeit überall. Und da, wo die Baustelle im Moment ist, finde ich sie eigentlich am Schlimmsten. Vorher konnte man die Baustelle umfahren und kam dann beim Further Naturbad wieder auf die Münchner Straße. Aber jetzt kann man das nicht mehr umgehen und dann steht man wirklich lange an der Kreuzung. Ich habe also Verständnis, es geht nicht anders, aber es ist schon nervig für uns alle.“ 

Florian Stepp (49), Musiker, wohnt Auf dem Kyberg: „Die Baustelle ist die Schlussfolgerung dessen, dass man sich in Oberhaching entschieden hat, Geothermie zu nutzen, was ich für richtig halte. Und wenn man Geothermie nutzen will, muss im Ort Nahwärme verlegt werden. Wir wussten das alle und konnten davon ausgehen, dass es Schwierigkeiten gibt. Trotz allem ist es nervig. Aber bald soll es vorbei sein und wir freuen uns alle auf den Winter, wenn die Baustellen weg sind. Dann wird´s besser. Was ich aber grundsätzlich kritisiere ist nicht, dass es die Baustellen gibt, sondern die Projektplanungsgesellschaft der Baufirma, die das macht. Ich halte es für einen absoluten Irrsinn, die Münchner Straße, die Hahilingastraße und in Teilen die Pfarrer-Socherstraße gleichzeitig zu schließen und aufzureißen. Zugleich kann man leider erkennen, dass nicht überall zur selben Zeit gearbeitet wird. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass die Gemeinde, die eigentlich keinen Einfluss hat, mehr Einfluss nimmt. Damit die Arbeiten besser organisiert sind, sodass noch irgendwie ein gearteter, fließender Verkehr möglich ist. Das ist sicherlich machbar, man muss es nur wollen. Ich halte es auch für möglich, dass man weniger Baustellen gleichzeitig hat und versucht, diese schneller zu bewältigen.“ 

Manuela Zimmermann (53) Jahre, Zahnarztassistentin, wohnt Am Alten Weg: „Herr Schelle (der Bürgermeister; d. Red.) hat mir gesagt, dass wir nur noch dieses Jahr Zuschüsse vom Staat für die Münchner Straße bekommen. Ich sehe es ja ein, dass man es jetzt dann macht. Aber warum muss ich dann gleichzeitig in Furth noch Straßen aufreißen, wenn ich weiß, irgendwo müssen die Leute noch durch? Man steht überall im Stau. Es ging ja relativ gut die ganze Zeit. Das richtige Chaos hat erst begonnen, als der zweite Teil der Münchner Straße gesperrt wurde. Seitdem ist das Chaos perfekt. Und ,wir arbeiten mit drei Baufirmen mit Hochdruck dran‘ (Zitat Stefan Schelle), das kann ich so nicht feststellen. Ich sehe eigentlich selten wen. Langsam habe ich kein Verständnis mehr. Ich mag gar nicht daran denken, wie es nächstes Jahr wird. Der Zustand ist so nicht tragbar. Weder durchdacht, noch gut geplant."

Vanessa Breunig

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