Versicherungsbetrug

Dreiste "Autobumser" vor Gericht

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Landkreis – Sie fingierten Unfälle, kassierten Geld und verschafften einer Autowerkstatt aus dem Landkreis München so lukrative Reparaturaufträge. Am Amtsgericht Ebersberg wurde gegen dreiste „Autobumser“ verhandelt.

Unter den Zeugen war der Besitzer der Werkstatt, der freimütig einräumte, dass die Leute zu ihm gekommen waren, weil sie Geld brauchten. Der Kfz-Meister hat einen Teil der Taten bereits in vorangegangenen Verhandlungen eingeräumt. An einem geschrotteten Ferrari wollte er nicht beteiligt gewesen sein.

Unter anderem hatte eine Putzfrau 400 Euro erhalten, weil sie bei dem fingierten Reparaturendeal mitmachte. Ihr Teil des Verfahrens war schnell erledigt. Sie wurde zu einer Geldauflage von 1350 Euro verurteilt und konnte erleichtert den Gerichtssaal als Erste verlassen.

"Zufällig" voll gegen geparkten Ferrari 

Schwieriger der Fall eines 46-Jährigen, der mit seinem Fünfer BMW angeblich „beim Driften“ auf dem Betriebsgelände der Autoreparaturwerkstätte im Landkreis München einen zufällig dort abgestellten Ferrari an die Wand schob. Er sei von der Bremse aufs Gaspedal abgerutscht. Sein Verfahren wurde gegen eine Geldauflage in Höhe von 6000 Euro eingestellt.

Haussegen hängt schief

Einen glatten Freispruch erhielt eine 56-Jährige Hausfrau, deren Mann wohl mutmaßlich in den Autobumser-Deal verwickelt war. Da er aber als Zeuge geladen war und sich selbst dabei nicht belasten musste, konnte er die Aussage verweigern. Damit abgeschlossen dürfte der Fall jedoch nicht sein. „Er hat ihr in den Ohren gelegen, dass sie das unterschreibt“, sagte die Verteidigerin der Frau und meinte damit die Schadensmeldung an die Versicherung.

Bei den „Unfällen“ ging es jeweils um erhebliche Reparaturbeträge, 16 000 bis über 40 000 Euro. Der Besitzer der Autowerkstatt rechnete dabei offensichtlich „großzügig“ ab. Das legt jedenfalls die Tatsache nahe, dass in einem Fall seine Geldforderung für eine fällige Reparatur bei 55 000 Euro lag, die Versicherung aber nur etwas über 40 000 Euro beglich. Zumindest einmal fand eine Absprache unter den Beteiligten in einer Vaterstettener Autowerkstatt statt.

1500 Euro bar auf die Hand

Der Zeuge, der vor Gericht zu dem Fall seiner inzwischen von ihm getrennt lebenden Ehefrau aussagen sollte, wurde vom Besitzer der Autowerkstatt schwer belastet, obwohl der KFZ-Meister meinte: „Ich will hier keinen reinreiten.“ Für den fingierten Unfall will er dem Zeugen, der wohl bald selbst mit einer Anklage rechnen muss, 1500 Euro in bar in die Hand gedrückt haben. Alle Angeklagten leben augenscheinlich nicht in üppigen finanziellen Verhältnissen, was bei der Bemessung der Strafenhöhe durch Richterin Hörauf berücksichtigt wurde.

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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