Die Gründer und Macher des Vereins „D’Salmdorfer“: (v.l.) Markus Köppl, Johann Maidl, Martin Metzger, Ralph Unglauben, Ingo Gugisch, Ilona Krause-König und Peter König. Foto: Sab

"D'Salmdorfer" schnaufen erst einmal durch

Salmdorf - Sie haben 365 Tage gefeiert, dabei zwölf Veranstaltungen auf die Beine gestellt und auch eine Ortschronik über die 1000-jährige Geschichte von Salmdorf, dem kleinen Haarer Ortsteil, verfasst. Die Organisatoren des Jubiläumsjahres, die Mitglieder des Vereins „D'Salmdorfer", sind glücklich über ihre „tolle Gmoa", und haben schon neue Ideen, wie es weitergehen soll. Doch es gilt auch: „Jetzt schnaufen wir aber erst einmal durch!"

Vorstände und Helfer trafen sich jetzt zur allmonatlichen Stammtischrunde und gleichzeitig zur Nachbesprechung des Feierjahres. „Das war ja schon Wahnsinn, was da im vergangenen Jahr gelaufen ist“, sagte Vorstand Martin Metzger „Wir waren unzählige Stunden im Einsatz, irre viele Menschen haben mitgeholfen, aber es hat sich doch gelohnt.“

Im Jahr 2009 war das Festjahr erstmals ins Blickfeld gerückt, der Verein wurde zwei Jahre später gegründet. Aus den anfänglich zwei Handvoll Gründern wurde rasch ein Verein mit 130 Mitgliedern. „Ein Beweis, dass die Salmdorfer ihre Heimat schätzen und sich auch damit identifizieren, dass Alteingesessene und Neubürger gleichermaßen zusammenhalten“, findet Metzger. Der zehnköpfige Festausschuss tagte drei Jahre lang annähernd monatlich, dass es eine Chronik geben wird und auch ein dreitägiges Festwochenende - das kristallisierte sich schnell heraus. Neben Flohmarkt, Kartoffelfeuer und Martinsumzug brachten die Salmdorfer auch alte Traditionen wieder in Schwung, wie die historische Metzger-Wallfahrt oder auch die Fronleichnamsprozession. Über 100 Teilnehmer nahmen an der 13 Kilometer langen Wallfahrt teil, darunter Haarer Gemeinderäte und die Mitglieder umliegender Trachtenvereine. Angeführt von Pfarrer Albert Schamberger machten sie sich alle von München aus auf den Weg zur Salmdorfer Pietà. „Mit dieser Wallfahrt, die 50 Jahre lang nicht stattgefunden hat, haben wir eine 200 Jahre alte Tradition wiederbelebt“, sagt Metzger, „das zu wiederholen wäre schon toll.“ Sehr gut besucht war auch die Fronleichnamsprozession im Juni, „nach 25 Jahren durften sich die Salmdorfer über eine Prozession im Dorf freuen. Schön wäre es natürlich, wenn die Prozession immer bei uns stattfinden würde“, sagte Ingo Gugisch, Vorstand des Vereins. Der Höhepunkt schlechthin war jedoch das Festwochenende im Juli. Landrat Christoph Göbel hatte damals festgestellt, „dass das eigentliche Zentrum Haars in Salmdorf liegt“.

Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller zollte Anerkennung: „Wer hier wohnt, der hat Pest, Schweden und die Franken überlebt, der muss zäh sein.“ Unter Mithilfe der Gemeinde-Archivarin Kirsten Stahmann bekamen die Salmdorfer auch noch eine Ausstellung im Haarer Rathaus mit 60 Exponaten und 25 Schautafeln, die die Geschichte des Dorfes anhand historischer Fragmente vom Mittelalter bis zur Gegenwart darstellten.

Jetzt ist es Zeit für eine Pause, aber die Hände in den Schoß legen, werden die Vereinsmitglieder sicher nicht: „Irgendwo müssen wir ja nun mit unserer Freizeit hin“, sagt Gugisch und lacht.

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