Tragischer Frontalunfall auf der Ortsumfahrung fordert zweites Todesopfer

Tragischer Frontalunfall auf der Ortsumfahrung fordert zweites Todesopfer
Schüler demonstrieren für eine bessere Klimapolitik nach dem Vorbild der jungen Schwedin Greta Thunberg. Heute werden auch viele aus dem Landkreis dem Unterricht fernbleiben. Foto: DPa/Julian Stratenschulte

Dutzende Schüler aus dem Landkreis München nehmen heute am Klimaschutz-Streik teil

Schüler setzen Zeichen für Klimaschutz

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  • Andrea Kästle
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In etwa 50 Städten haben letzten Freitag bundesweit Schüler unter dem Motto „Fridays for Future“ für mehr Klimaschutz demonstriert. Und auch heute werden viele Jugendliche auf die Straße gehen, statt im Klassenzimmer zu sitzen, auch in München. Dabei sein werden auch Schüler aus dem Landkreis München. Am Gymnasium Oberhaching etwa hatten sich am Donnerstag schon mehr als 180 Schüler in einer Whatsapp-Gruppe organisiert, die zusammen in die Innenstadt fahren wollen.

Landkreis – Vorbild ist die junge Schwedin Greta Thunberg, die seit Monaten jeweils freitags für eine andere Klimapolitik demonstriert. Von offizieller Seite sieht man keine großen Problemen. Die meisten Direktoren rechnen eher mit geringer Beteiligung. Aus Schäftlarn, Garching, Pullach und Unterschleißheim ist zu hören, dass sich nicht mehr als zwei, drei Schüler den beiden „Streiks“, die bislang stattgefunden haben, angeschlossen hätten. In Unterhaching sind vergangenen Freitag 13 junge Leute nach München gefahren, statt Mathe und Deutsch zu lernen. Weil sie sich schon vorher an der Schule für Umweltthemen eingesetzt und unter anderem eine größere Ausstellung über Öko-Themen auf die Beine gestellt hatten, ließ Direktorin Brigitte Grams-Loibl sie „zur Belohnung“ ohne Weiteres fahren – nachdem sich auch die Eltern damit einverstanden erklärt hatten.

In Neubiberg hatte sich vergangene Woche gerade mal eine Schülerin vom Unterricht befreien lassen wollen, um in München die Politiker zu mehr Verantwortung aufzufordern. Nach einem Gespräch mit der Schulleitung zog sie dann ihren Antrag wieder zurück.

Und auch das erfährt man bei einem Rundruf bei den Schulen: Die meisten Direktoren haben nicht vor, eine „harte Linie“ zu fahren, etwa mit Verweisen zu reagieren. Andreas Hautmann vom Carl Orff-Gymnasium in Unterschleißheim sagt, man würde in jedem Fall „abgewogen entscheiden“, in Garching am Werner-Heisenberg-Gymnasium würde Armin Eifertinger im Fall der Fälle sicher auch „Rücksprache mit den Eltern halten. Wir haben mit denen ja eine Erziehungspartnerschaft“. Aber Eifertinger sagt eben auch: „Wenn wir mündige junge Leute wollen, dann müssen die auch eine Gelegenheit bekommen, sich zu artikulieren.“ Will heißen: Wenn man der nachfolgenden Generation den Mund verbietet, sobald sie ihre Meinung zu formulieren versucht, dann wird das auch nichts mit der lebendigen Demokratie.

Auf der anderen Seite, auch das wendet jeder der befragten Schulleiter ein, haben die Schüler eben auch die Pflicht, am Unterricht teilzunehmen. Sie können nicht einfach wegbleiben, wenn sie anderes wichtiger finden. Das Kultusministerium hat es den Direktoren überlassen, wie sie mit Heranwachsenden umgehen, die freitags für das Klima frieren statt den Stundenplan abzusitzen. Weshalb sich Reinhard Rolvering aus Neubiberg überlegt hat, Jugendliche seines Gymnasiums, sollten sie sich den Protesten anschließen, dann mit „Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen“ zu belegen. Und sie etwa einen „Leserbrief an den Merkur“ schreiben zu lassen, in dem es um die Photovoltaik-Anlage gehen könnte, die die Schule sich wünscht.

Armin Eifertinger, dem Garchinger Direktor, ist bei dem Ganzen auch wichtig, dass die Schüler nicht einfach nicht erscheinen zum Unterricht. Sondern ihren Boykott im Vorfeld eben offen kommunizieren. „Es geht doch auch um Werte, um Offenheit, Ehrlichkeit.“ Dann könne man „einen gemeinsamen Weg suchen“. Mündigkeit seitens der Schüler: „das ist doch auch wünschenswert“, sagt er noch einmal.

Von der Montessorischule Emile in Neubiberg, die immerhin „Club of Rome-Schule“ ist und bekannt ist für ihre vielen Klimaprojekte, sind laut Schulleiter Clemens Coenen „einige wenige“ nach München gefahren. Das Ganze sei „mit Einwilligung der Eltern und der Schulleitung“ passiert. Letztlich habe dann sogar eine Lehrerin die Schüler begleitet. Coenen sagt, er würde seine Schützlinge, wenn sie sich für weniger CO2 in der Luft engagieren, „gerne unterstützen, wo möglich“. Einen Streik nur um des Streiks willen sehe aber auch er „sehr kritisch“.

Wie viele Schüler aus dem Landkreis heute tatsächlich am Marienplatz stehen, ist schwer abzusehen, wie die Aussage der Schülermitverwaltung vom Haarer Gymnasium am Donnerstag deutlich macht: „Zurzeit sieht es so aus, dass Schüler dabei sind. Ob es nun vielleicht fünf oder sogar ganze Klassen sind, zeigt sich erst morgen früh.“

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