Vier Räder und ein Motor: Entwicklerin Sophie Steinmaßl überzeugt Bürgermeister Dietmar Gruchmann vom Lastenfahrrad der Zukunft. Foto: Dieter Michalek

Das E-Bike für Handwerker

Garching - Kleintransporter, Lieferwagen oder Radltaxi: Die junge Ingenieurin Sophie Steinmaßl stellt das „Quadrad“ der TU vor.

Die Münchner Rikscha-Fahrer an der Wiesn würden sich über diesen starken Elektromotor freuen, wenn wieder einmal drei Fahrgäste ihr Radl-Taxi besteigen und nach Hause gebracht werden wollen: Sophie Steinmaßl vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TU München hat ein Elektrofahrrad mitentwickelt - und es kann mehr als das klassische E-Bike.

Auffällig ist das Fahrrad schon durch seine vier Räder. Sie machen das Gefährt zum Hingucker, haben aber auch eine deutlich stabilisierende Wirkung. Das Fahrrad ist so konzipiert, dass der Nutzer mehr Waren mitsichführen kann. So haben beispielsweise drei Postboxen hinter dem Sitz Platz - praktisch für das Dienstrad eines Briefträgers oder die Werkzeugkiste eines Handwerkers.

Für den privaten Gebrauch bietet das E-Bike die Möglichkeit, von einem Kind bis hin zum Kasten Bier vieles sicher zu transportieren. Umkippen ist quasi unmöglich.

Die junge Ingenieurin hat das „Quadrad“ beim Klimaschutztag in Garching vorgestellt. Es war die dritte Auflage dieser Veranstaltung, und das Interesse des Publikums wächst weiter: Die Stadt und zahlreiche Vereine stellten rund um das Bürgerhaus ihre Ideen und Projekte für gelebten Umweltschutz vor.

Dabei war es nicht überraschend, dass „Mobilität“ zum zentralen Thema der Veranstaltung wurde. Die Stadt unternimmt einiges, um den Bürgern einen Umstieg auf das Fahrrad für die kurzen Wege durch die Stadt schmackhaft zu machen.

Ohne Führerschein,

aber mit Tempo 25

Sophie Steinmaßl und ihre Kollegen von der TU können sich gut vorstellen, dass das „Quadrad“ auch eine Lösung für gewerbliche Anwendungen wie lokal arbeitende Handwerker sein kann. Der Motor des Rades hat eine Leistung von 250 Watt und unterstützt den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern.

Technisch wäre mehr möglich, aber dieser Wert ist die Grenze für den zulassungsfreien Gebrauch. Für dieses Bike benötigt es keine Erlaubnisse oder Führerscheine. Das 2016 endende Projekt am Garchinger Forschungscampus läuft bereits seit drei Jahren und ist mit der Entwicklung bereits recht nah an der Serienreife.

Der dritte Garchinger Klimaschutztag hatte aber viel mehr zu bieten als dieses futuristische Gefährt. Die Bürger wurden quasi eingeladen zu einer Radtour oder einem längeren Spaziergang durch die Stadt. So lud die Geothermie-Heizzentrale zu Führungen ein, auch der Garchinger Imker Dr. Aly Hassanein gab Einblicke. Umweltreferent Christoph Marquart war sehr zufrieden mit der Resonanz. Und in zwei Jahren wird es die vierte Auflage geben. „Klimaschutz endet ja nie“, sagt Marquart, „das ist ein immer fortlaufender Prozess.“ nb

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