Strampelt 4000 Kilometer im Jahr: Markus Büchler (41). Foto: Archiv

Mit dem E-Bike auf der Radl-Autobahn

Garching - Damit wäre der Landkreis beim Thema Radfahren ganz vorne mit dabei: Wie berichtet, soll die erste Rad-Schnellstrecke von Garching zum Hauptbahnhof führen. Weitere könnten folgen. Kreisrat Markus Büchler (41) von den Grünen aus Oberschleißheim treibt im Mobilitätsausschuss den Bau der Radl-Schnellwege mit voran. Der Ganzjahresradler kennt sich auf den Radwegen im Landkreis aus, er radelt 4000 Kilometer im Jahr.

-Ist die Zeit reif für Rad-Autobahnen?

Was Druck erzeugt, ist das Aufkommen von E-Bikes, die sich rasant verbreiten. Sie machen es möglich, unverschwitzt im Büro zu erscheinen und auf dem Rückweg selbst zu radeln, um fit zu bleiben. Der Bau und Unterhalt der Rad-Schnellstrecken inklusive Winterdienst ist sehr günstig, die Radl-Autobahnen kosten lächerlich wenig im Vergleich zum Straßenbau und Unterhalt. Auch für die Nutzer ist das Rad das günstigste Verkehrsmittel.

-Was halten Sie vom Bau der ersten Trasse Garching-Hauptbahnhof?

Ich begrüße diese erste Referenzstrecke. Die Konsequenz, dass jetzt eine Strecke gebaut wird, finde ich gut, um zu zeigen, was der Radl-Schnellweg bringt und was er zur Lösung von Verkehrsproblemen beitragen kann, denn diese Schnellstrecken sind nicht nur etwas für Sonntagnachmittag.

-Was versprechen Sie sich von den Radl-Autobahnen?

Sie sind ein neues Infrastrukturelement. Sie machen das Radfahren auf kurzen und mittleren Distanzen für den Alltag attraktiv. Bisher wurden Radwege auf landschaftliche Schönheit ausgelegt. Jetzt geht es aber darum, dass wir für die täglichen Wege Infrastruktur schaffen wollen, damit die Masse der Leute eine Alternative zu überfüllten Straßen und überfüllten Verkehrsmitteln haben.

-Die nächsten Schritte?

Wir haben im Mobilitätsausschuss beantragt, dass sich der Landkreis am Bau der Rad-Schnellwege beteiligt. Wenn wir ein überregionales Schnellradlnetz wollen, können wir das nicht 29 Kommunen überlassen. Der Landkreis hat ja auch Kreisstraßen als überörtliche Verkehrswege gebaut. Was ich am Rad-Schnellweg-Konzept bemängele ist, dass der Planungsverband keinen Ring um München vorgeschlagen hat. Die 14 Korridore führen sternförmig auf München zu. Das ist sehr schade, denn wir wissen, dass wir einen rasant steigenden Verkehr rund um München haben, wo viele Arbeitsplätze entstanden sind. Und da sind auch die öffentlichen Verkehrsmittel besonders schwach, gleichzeitig aber die Straßen gnadenlos überlastet.

-Nennen Sie bitte Beispiele.

Wenn ich von Oberschleißheim nach Ismaning muss, geht das nur mit dem Auto, und es ist fürchterlich. Oder nehmen Sie den Weg von Martinsried, wo es Tausende Arbeitsplätze gibt, nach Oberhaching, Unterhaching oder Taufkirchen. Wenn ich die Strecke mit öffentlichen Verkehsmitteln fahre, bin ich mindestens eine Stunde unterwegs, mit dem Auto 40 Minuten. Aber wenn es Radwege geben würde, wäre ich nicht langsamer am Ziel.

Das Gespräch führte

Charlotte Borst.

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