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Probebetrieb: Ein E-Bus in München.

Pilotprojekt in Vorbereitung

E-Bus surrt in die Isarau Unterföhring 

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Unterföhring - Leise, umweltfreundlich und zukunftsweisend: 2019 könnten die ersten Elektrobusse durch Unterföhring surren. Das ist das Ziel eines Pilotprojekts. Zuvor müssen aber noch sehr viele Fragen gelöst werden.

Anstoß war die Idee der Unterföhringer, die Isarau ans Busnetz anzubinden und dafür möglichst leise und umweltfreundliche Busse einzusetzen. „Damit haben wir den Ausschlag dafür gegeben, dass die Grünen im Kreistag einen Antrag gestellt haben, Elektrobusse auf den Regionalbuslinien einzuführen“, berichtet Andreas Kemmelmeyer (PWU).

Idee zieht Kreise

Der Bürgermeister freut sich, dass die Idee Kreise gezogen hat: Das Landratsamt hat das Fraunhofer-Insitut für Verkehrssysteme in Dresden beauftragt, für alle Regionalbuslinien im Landkreis die Einführung von Elektrobussen zu überprüfen. Die Wissenschaftler haben speziell den Unterföhringer Ortsbus untersucht. Ihr Fazit: Die Linie 232 ist geeignet für den Betrieb von Elektrobussen. 

Fraunhofer-Institut sieht Potential

„Das ist ganz eine tolle Nachricht“, sagte Kemmelmeyer, als er den Gemeinderat informierte, und setzte gleich nach: „Aber es ist auch eine schwierige Nachricht.“ Denn bis zum Dezember 2019 steht viel Arbeit an. Die Ortsbuslinie wurde 2014 noch einmal für die Dauer von fünf Jahren ausgeschrieben. Zum Fahrplanwechsel 2019 wird neu vergeben. Möglicherweise wird dann auf Elektrobusse umgesattelt. Das hat sich der Landkreis zum Ziel gesetzt.

Absolutes Neuland

Allerdings ist diese Vorgabe ehrgeizig. Das weiß Kemmelmeyer: Gemeinde, Landkreis und MVV betreten damit absolutes Neuland. „Es fahren erst ein oder zwei Elektrobusse in München“, sagte Kemmelmeyer. Viele Arbeitsschritte müssen miteinander abgestimmt, viele technische Fragen gelöst werden. Wird der Elektrobus über eine Oberleitung mit Strom versorgt oder mit Batterien und Ladestationen? Auch die Verkehrsunternehmer stehen vor neuen Herausforderungen: Sie müssen Elektrobusse beschaffen und ihr Personal schulen. Die Gemeinde Unterföhring soll, so die Empfehlung des Landkreises, als Projektauftraggeber fungieren, allerdings einen externen Projektsteuerer mit der Koordinierung der Arbeitsschritte beauftragen. Der soll dann auch die Beteiligten beraten und Fördergelder beantragen.

200.000 Euro Planungskosten

Um einen solchen Projektsteuerer zu finden, führt die Gemeinde Unterföhring nun eine Ausschreibung durch. Gleichzeitig schließt sie mit dem Landkreis eine Zweckvereinbarung, um die Finanzierung des Pilotprojekts zu verteilen. Zunächst hat der Gemeinderat mit 19:3 Stimmen 200 000 Euro für die Planung des Projekts von 2016 bis 2019 bewilligt. Die Baukosten können noch nicht abgeschätzt werden, denn noch ist nicht klar, wo Haltestellen umgebaut und Strom-Tankstellen eingerichtet werden müssen. 

Die Planung einer neuen Buslinie für die Isarau wird allerdings als gesondertes Projekt weiterbetrieben. Hierfür muss die Gemeinde zunächst den Bedarf nachweisen und die Bewohner befragen, wer überhaupt eine Buslinie nutzen möchte. Es werden wohl fünf bis sechs Haltestellen eingerichtet und ein Takt von etwa drei bis vier Fahrten am Vormittag sowie am Nachmittag festgelegt: „Das wäre meine Wunschvorstellung“, sagte Kemmelmeyer: „Dass so etwas funktioniert, sieht man in Grünwald. Die haben dort eigene Busse gekauft.“ 

Kirnberger (SPD) skeptisch

Albert Kirnberger (SPD) war skeptisch: „Das wäre doch ein Projekt für Forscher und Unternehmer.“ Warum also mache eine Gemeinde solche Klimmzüge? Kemmelmeyer erwiderte: „Es ist immer das Problem, wenn es etwas noch nicht gibt. Auch beim Ortsbus musste die Gemeinde in Vorleistung gehen und Tausende Euros zahlen.“ Er sieht in dem Pilotprojekt „eine Chance für den Landkreis und für Unterföhring“.

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