Das Innenleben eines Autos lernen die Kinder der Grundschule Schäftlarn kennen. Markus Tyroller erklärt unter anderem, wie das mit dem Ölstand funktioniert. Foto: SH

Ebenhausen: Kinder lernen die Welt kennen

Ebenhausen - Seit mittlerweile neun Jahren organisiert der Förderverein der Grundschule Schäftlarn die sogenannten Expertentage, die sich an die Schüler der dritten und vierten Klassen richten. An drei aufeinander folgenden Tagen können die Kinder verschiedene Sparten kennenlernen und dabei selbst aktiv werden.

Eine der Stationen ist beispielsweise die Autowerkstatt von Markus Tyroller in Ebenhausen. Seit 1995 betreibt der ehemalige Gemeinderat zusammen mit einem Meister, einem Auszubildenden und einer Bürokraft seine Firma an der Wolfratshauser Straße.

„Wir versuchen immer wieder, möglichst viel aus den Bereichen Sport, Kunst und Musik abzudecken“, sagt die Zweite Fördervereins-Vorsitzende Christina von Kurowski. „Und jetzt haben wir neben Hip Hop, Tennis, Pizza backen und Erster Hilfe auch noch etwas typisch Jungenhaftes im Programm.“ Ein Punkt, den die zehnjährige Carla aus der 4b nur unterstützen kann: „Auch wenn ich kein Kfz-Mechaniker werden will - es muss ja nicht immer Mädchenkram sein. Das andere interessiert mich doch auch.“

So war Carla auch die erste, die sich freiwillig meldet, als es ans Kontrollieren des Ölstandes ging. „Hier“, sagt Tyroller und deutet auf die Spitze des Messstabes, „hier in der Mitte des geriffelten Feldes sollte er stehen.“ Allgemeines Staunen und Nicken. Dann erklärt der Fachmann Schritt für Schritt den Motorinnenraum, vom Auslassventil bis zum Zahnriemen. Tyroller deutet auf die Batterie. „Die gab es früher nicht. Also nichts mit reinsetzen, Schlüssel herumdrehen und ,brumm’ - damals musste der Motor mit Hilfe einer Kurbel zum Laufen gebracht werden.“

Damit an diesem Vormittag nicht alles trockene Theorie bleibt, dürfen die Kinder selbst Hand anlegen. Vor der Werkstatt sind vier Reifen und ein Becken mit Wasser aufgebaut. „Was braucht man, damit man einen Reifen flicken kann?“ fragt Tyroller. „Ein Loch!“ kommt als Antwort zurück. „Stimmt - doch ein Reifen mit Loch ist sinnlos. Also lernen wir jetzt, wie man ihn repariert.“ Geduldig erklärt er den 23 Schülern, wie man mit Hilfe des Wasserbeckens die undichte Stelle ausmacht und anschließend flickt. Dann sind die Kinder dran. Olivia ist begeistert von dem Vormittag in der Werkstatt. „Ich hatte schon Angst, dass mir langweilig wird“, sagt die Viertklässlerin. „Aber auch Frauen können irgendwann Auto fahren. Und wenn wir jetzt einen Platten haben, können wir uns selbst helfen.“

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