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Sein Steckenpferd: Den Georgiritt hat Pfarrer Anton Fürstenberger wieder eingeführt. 

Pfarrei organisiert Empfang zu Ehren des beliebten Seelsorgers

Pfarrer Fürstenberger wird 75 Jahre alt

Ebenhausen - Er ist ein nicht mehr wegzudenkender Teil der Gemeinde: Pfarrer Anton Fürstenberger, der über 38 Jahre lang unter anderem die Gläubigen der Pfarrei St. Benedikt betreut hat. Diesen Sonntag feiert der weit über die Grenzen Schäftlarns geschätzte Seelsorger seinen 75. Geburtstag.

Wie soll man den beliebten Geistlichen, am Besten beschreiben? „Er ist Seelsorger, Organisator, Reiseleiter, Bauherr“, sagte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Benedikt, Lia Schneider-Stöckl, einmal über den Jubilar. „Zusammengefasst: Ein Glücksfall für Ebenhausen.“

Eigentlich war Schneider-Stöckls Vater Hans daran Schuld, dass sich der 1969 zum Priester geweihte Fürstenberger um eine Stelle als Seelsorger bewarb. Pater Otmar Kranz, der sich bis dato um die Gemeinde gekümmert hatte, wurde 1973 zum Abt gewählt und kehrte deshalb zurück ins Kloster Schäftlarn. Schneider sprach Fürstenberger, der damals am Seminar in Waldram lehrte, bei einer Dekanatsratssitzung an – undwar wohl so überzeugend, das der damals 32-Jährige sich umgehend um eine Versetzung in die Isartalgemeinde bemühte.

„Und hier wirkte er 38 Jahre, sechs Monate und ein paar Tage“, wie Schneider-Stöckl ausgerechnet hat. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt 1974 übernahm Fürstenberger zusätzlich die Pfarrgemeinde St. Georg in Hohenschäftlarn, 2010 folgte St. Martin in Neufahrn.

Getreu dem Motto „Schau ma mal, des kriagn ma schon“ gibt es nichts, was Fürstenberger nicht anpackt. Er gründet die Kolpingsfamilie Schäftlarn, rief Jugendgruppen ins Leben, organisiert Seniorenausflüge und sorgte 2005 für die Wiederaufnahme des Georgiritts, den er nach wie vor hoch zu Ross anführt. Fast schon nebenbei engagierte sich der Seelsorger zudem bei der Renovierung von St. Benedikt und des Kindergartens, und wirkte beim Bau des Pfarrheims mit.

„Ich bin schließlich nicht Priester geworden, um ein Büro zu verwalten“, soll Fürstenberger gleich zu Anfang gesagt haben. Sein Augenmerk lag eher auf den Kontakt zu den ihm Anvertrauten: „Wenn man die Leute mag, findet man einen Weg zu den Herzen.“ Ebenso pflegte der Pfarrer gute Beziehungen zur evangelischen Kirchengemeinde, „unabhängig, was in den oberen Etagen diskutiert wird“.

Fürstenberger ist ein Pfarrer zum Anfassen, einer der immer ein offenes Ohr für seine Mitmenschen hat und bei Problemen auch „unbürokratische Lösungen vorschlägt“. Diese wurden übrigens nicht selten bis zur Fertigstellung des Pfarrheims in Fürstenbergers Wohnzimmer gefunden.

Gerade dieses Unkomplizierte, diese offene Art liebt die Gemeinde an ihrem „Toni“, wie er liebevoll genannt wird – und sie versucht, einen Teil dieser Herzlichkeit zurück zu geben. Legendär ist beispielsweise die Feier zu Fürstenbergers Abschied im Juli 2012. Fürstenberger, Anhänger sowohl der klassischen als auch der bayerischen Musik und ein Liebhaber der Musik des italienischen Komponisten Guiseppe Verdi, hatte sich ein Programm gewünscht, das all diese Komponenten enthalten sollte. Daraufhin riefen die Schäftlarner die „Festspiele ad honorem Antonii“ (Festspiele zu Antons Ehren) ins Leben, und verwandelten den Garten hinter dem Pfarrheim kurzerhand in die bekannte Arena von Verona. Blaskapellen aus der Umgebung übernahmen den Volksmusikteil, Adi Stahuber und die Isartaler Blasmusik überraschten den damals 70-Jährigen mit Stücken aus den Verdi-Opern „Aida“ und „Nabucco“.

Auch heute noch pflegt Fürstenberger einen regen Kontakt zu den Schäftlarnern und unterstützt seinen Nachfolger, Pfarrer Peter Johannes Vogelsang, bei dessen Arbeit. Nun wird der „Pfarrer in Rente“ noch einmal selbst geehrt: An diesem Sonntag, 8. Januar, lädt der Pfarrgemeinderat nach der Messe um 10.30 Uhr in St. Benedikt zu einem Empfang zu Ehren des Geburtstagskindes.

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