"Eigentlich ist das wie ein Traum"

- VON CHRISTIAN AMBERG Unterhaching - Die SpVgg Unterhaching nach der 4:1-Galavorstellung gegen den Karlsruher SC: "Dem Trainer wäre es wahrscheinlich lieber gewesen, wenn wir nur 1:0 gewonnen hätten, dann hätte er diese Woche weniger Arbeit, uns wieder runterzuholen", kommentierte Kapitän Thomas Sobotzik das beste Saisonspiel mit einem Lächeln auf den Lippen. Am Sonntag nach dem Abpfiff herrschte Partylaune pur im Sportpark. Die tollen Tage im Fasching gehen heute zu Ende, bei der SpVgg fangen sie gerade erst an. Katerstimmung nach dem Kehraus herrscht derzeit nur bei Hachings Gegnern.<BR>

<P>Auch wenn weiterhin penetrant von 40 Punkten und dem Klassenerhalt die Rede ist, kann sich der Verein nicht mehr herauswinden: Haching ist die Mannschaft der Stunde in der Zweiten Liga, Harry Deutinger der Trainer des Jahres, die bisherige Saison die erfolgreichste seit dem Aufstiegsjahr 1999 und der Abstieg so weit weg wie nie. Es passt momentan alles in einer Mannschaft, die nach fünf Punkten aus acht Spielen zum Saisonbeginn schwer in der Kritik stand. "Fußball vom Feinsten, mit Herz und Leidenschaft vorgetragen", freute sich Deutinger über die tolle Leistung am Sonntag, "das ist mir fast wichtiger als Punkte. Ich will, dass die Mannschaft Freude vermittelt, das hat sie heute getan. Die erste Halbzeit war einfach klasse."<P>Fünf Unterhachinger setzte das Fachmagazin kicker in die Elf des Spieltages, nicht zum ersten Mal überzeugte das Team durch Disziplin und Geschlossenheit. Dazu mischt sich auf dem Platz derzeit regelmäßig eine unbekümmerte Euphorie, die zur Folge hat, dass die Mannschaft sich gar nicht mehr bremsen kann. "Wenn`s läuft, dann läuft`s", erklärte Paul Thomik trocken, "wir sind sehr glücklich, dass es so ist. Eigentlich ist das alles wie ein Traum. Aber wir kennen auch das andere Gefühl, schließlich hatten wir lange nur fünf Punkte und waren ganz unten dabei."<P>Dass die Abstiegsplätze inzwischen viel weiter entfernt sind als die Aufstiegsränge mag als Thema nur eine nette Spielerei für Journalisten und Fans bleiben. Von der Bundesliga wird bei der SpVgg nicht geträumt. Das dauernde Gerede vom Klassenerhalt nervt langsam aber auch. "Unrealistisch", so Deutinger, sei das Mitwirken im Aufstiegsrennen. Unrealistisch ist mittlerweile aber auch der Abstieg, und das zeigen die Tabelle und die Leistungskurve der Mannschaft, und nicht nur die überdrehten Medienvertreter. Immerhin einer aus dem Spielerkreis traute sich am Sonntag angesichts des traumhaften Sieges über Karlsruhe nach oben zu schielen. "Unser Ziel bleiben natürlich die 40 Punkte", meinte Torhüter Philipp Heerwagen, "aber wenn wir die nächsten zwei Spiele gewinnen, dann können wir uns neue Ziele setzen." <P>Den Fans bleibt nun die Hoffnung, dass die 40 Punkte endlich erreicht sind. Denn dann darf man gespannt sein, was die SpVgg bis zum Saisonende noch anbietet. Wenn schon die Pflicht derzeit so viel Spaß macht, wie wäre dann wohl erst das Schaulaufen ohne das Abstiegsgespenst im Nacken? "Wir spielen, dass es einem warm ums Herz wird", meinte Heerwagen schon am Sonntag. Dem ist momentan absolut nichts hinzuzufügen. <P>

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