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Die Feuerwehr Hohenbrunn musterten das Fahrzeug aus, Kurt Michalek (l.) und Georg Dosch von der „Auto-Alm“ richteten es her.

Ungewöhnliche Spende

Ein Hohenbrunner Feuerwehrauto für die Elfenbeinküste

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    Andreas Steppan
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Hohenbrunn/Reichersbeuern - Ein Feuerwehrauto aus Hohenbrunn könnte bald an der Elfenbeinküste unterwegs sein. Vermittelt hat das Geschenk an die Gemeinde Bonoua in dem westafrikanischen Land die Reichersbeurer „Auto-Alm“.

Das Rettungswesen in der Stadt Bonoua (Elfenbeinküste) dürfte in einigen Wochen einen Sprung nach vorne machen. Denn der 70 000-Einwohner Ort bekommt ein Feuerwehrauto gespendet. Jetzt ging das Fahrzeug von Reichersbeuern (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) aus auf die Reise.

Wie kommt es zu dieser ungewöhnlichen Verbindung? Kurt Michalek und Georg Dosch, die beiden Chefs der Werkstatt Auto-Alm haben das Auto vermittelt. Bei dem Wagen – ein Opel Sintra in etwas ausgeblichenem Rot, zugelassen 1998 – handelt es sich um einen ausgemusterten Einsatzwagen der Feuerwehr Hohenbrunn.

Warum es ausgerechnet in Reichersbeuern landete, ist schnell erklärt: „Wir liefern Autos für Feuerwehrübungen“, erklärt Michalek. Das heißt: In der Regel kommen schrottreife Wagen in die Werkstatt. Die Mitarbeiter entfernen den Motorblock und legen das Fahrzeug trocken. An den Wracks können Floriansjünger im ganzen Oberland dann trainieren, wie man beispielsweise mit hydraulischen Rettungsgeräten eingeklemmte Personen aus einem Auto befreit.

Als die Hohenbrunner den Wagen brachten, fiel Dosch und Michalek auf, dass das Auto mit der blauen Signalleuchte auf dem Dach eigentlich noch ganz gut in Schuss ist. „Es hat auch erst 77 000 Kilometer drauf.“ Also wurden die rostigen Stellen ausgebessert und alles repariert, was nicht mehr richtig funktionierte. Dabei hatten die beiden auch schon eine mögliche weitere Verwendung im Hinterkopf: In Afrika, dachten sie, könnte der Wagen gute Dienste leisten.

Sie sprachen einen ihrer Stammkunden darauf an: Christian Oholi. Er ist an der Elfenbeinküste geboren, lebt allerdings bereits seit 1978 in München. „Den haben wir gefragt, ob er das Feuerwehrauto braucht“, sagt Dosch.

Oholi, der in München 20 Jahre lang eine Disco betrieb und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, war gleich Feuer und Flamme. „Offensichtlich ist es dort sehr schwierig, solche Autos zu bekommen“, erklärt Dosch. Mit Hohenbrunn wurde noch abgeklärt, dass die Schenkung in Ordnung geht. „Sie haben gleich noch ausgemustertes Gerät angeboten, das er auch noch mitnehmen könnte“, berichtet Michalek. Er freut sich, dass das Einsatzfahrzeug nun praktisch ein zweites Leben bekommt. „Und ich bis sicher, dass der noch 20 Jahre durchhält.“ Die Aufschrift „Freiwillige Feuerwehr Hohenbrunn“ haben Dosch und Michalek übrigens auf dem Auto stehen lassen. „Entfernt werden musste lediglich das Wappen.“

Oholi zeigt sich ebenfalls angetan. „Wir sind wirklich sehr glücklich“, sagt er. Eine Feuerwehr im eigentlichen Sonne gebe es in Bonoua bislang nicht. „Wenn es brennt, helfen einfach alle Menschen zusammen.“ Doch mit dem Einsatzfahrzeug, das offiziell der Gemeindeverwaltung übergeben wird, ist jetzt ein Anfang gemacht.

Während die Auto-Alm die kostenlose Reparatur beisteuerte, kümmert sich Oholi um den Transport nach Bonoua, das 65 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Abidjan liegt. Von München aus werde das Auto zunächst nach Antwerpen gebracht und von dort nach Afrika verschifft, wo es in einigen Wochen ankommt. Davon will sich Oholi bei seinem nächsten Urlaub an der Elfenbeinküste im Frühjahr ein Bild machen. Und seinen Freunden von der Auto-Alm hat er versprochen: Sie bekommen sofort ein Foto vom Feuerwehrauto an seinem neuen Einsatzort.

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