Einbruchserie in Schule geklärt

- Taten vergifteten Klima im Haus

Kirchheim - Die Einbruchserie, die seit September das Gymnasium Kirchheim in Atem hält, scheint aufgeklärt. Der mutmaßliche Täter konnte am 10. Januar um 4.05 Uhr gestellt werden, bestätigte gestern die Polizei. Es handelt sich um einen 40-Jährigen Kirchheimer. Er war in der ersten Schulwoche nach den Weihnachstferien drei Nächte lang unbefugt mit Schlüssel ins Schulhaus gelangt, dokumentierte die von der Polizei installierte Videokamera. In der vierten Nacht erwartete ihn die Polizei.

Der Täter ist arbeitslos und ein sogenannter "Messi", krankhafter Müllsammler. Auf chaotische Wohnverhältnisse, Zimmer randvoll mit Müll, stieß die Polizei bei der Insichtnahme der Wohnung. Der Nachweis sei aber leider schwer zu führen, dass es sich bei dem Täter genau um den Einbrecher handelt, der Laptop und ähnliche Wertgegenstände aus dem Schulhaus entwendete, berichtet Direktor Richard Rühl.

Zwar habe man beispielsweise eine Tüte Zucker auf all dem Müll gefunden. Ob es aber genau die ist, die einen Tag zuvor aus der Schule geklaut wurde, ist kaum zu beweisen. Einfacher ist es bei einigen CDs, die in der Wohnung des "Messi" gefunden wurden, wie auch Schrankschlüssel aus dem Schulhaus.

Seit September gab es einen Diebstahl nach dem anderen in der Schule, verstärkt seit November. Rühl und Hausmeister Robert Baumann atmen auf: Endlich können Mußmaßungen über den Täter beendet werden. Die Einbruchsserie mit passenden Schlüsseln, so Rühl, habe schon zu Misstrauen innerhalb der Schulgemeinschaft geführt. Dass es sich beim mutmaßlichen Täter um einen Schulfremden handelt, sei beruhigend. So konnten die Videoaufzeichnungen auch zunächst nicht weiterhelfen: Den gefilmten Einbrecher kannte niemand. Wie der Mann zu den Schlüsseln kam, ist nach wie vor nicht geklärt.

Mutmaßlicher Täter krankhafter Müllsammler

Der Kirchheimer "Messi" ist bei der Polizei einschlägig im Diebstahlsbereich schon aktenkundig. Er habe sich, so teilt das Polizeipräsidum mit, bei der Festnahme und dem anschließenden Verhör "nicht sehr kooperativ" gezeigt. Da es sich bei den Diebstählen aber um keine größeren Delikte handelte, habe die Staatsanwaltschaft ihn nicht inhaftiert. Alle Schlüssel der Schule wurden dem Mann aber natürlich vor der Freilassung abgenommen.

A. Ganssmüller-Maluche

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