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Treffpunkt Neue Mitte: Menschen begegnen sich auf lichtdurchfluteten Arealen, Rolltreppen führen zu verschiedenen Ebenen. Arbeit und Freizeit lassen sich verbinden.

Auf dem Forschungscampus Garching

Eine Seele für die Neue Mitte

Garching - Direkt am U-Bahnhof Forschungszentrum thront ein Gebäude, 200 Meter lang, 50 Meter breit. Davor flanieren Anzugträger durch Grünanlagen, ein Jogger eilt vorbei, Studenten stehen beisammen und diskutieren. So stellen sich die Macher die „Neue Mitte“ auf dem Garchinger Forschungscampus vor, die auf den Namen Galileo hört.

 Und tatsächlich könnte all dies bereits Realität sein, wenn das Großprojekt – erstmals 2004 von TU-Präsident Wolfgang Herrmann ersonnen – nicht durch die Finanzkrise, eine langwierige Investorensuche und Rechtsstreitigkeiten immer wieder ausgebremst worden wäre. So jedoch sind diese Bilder lediglich eine Simulation aus einem neunminütigen Werbevideo, das seit kurzem auf der Galileo-Webseite zu sehen ist. Derweil scheint es auf dem designierten Areal weiter gemächlich zuzugehen. Doch der Eindruck täuscht: Aktuell sei man dabei, die Leitungen zu anzuschließen, berichtet Stefan Handke, Geschäftsführer der Firma Moto, einem der Gesellschafter. Im März sollen die Bagger anrücken und mit den Tiefbauarbeiten beginnen. Allein die Baukosten summieren sich laut Handke auf 100 Millionen Euro; rechnet man Planung und Erschließung hinzu, käme man auf 160 Millionen Euro. Anfang 2017 soll Galileo bezugsbereit sein, und bereits jetzt laufen die Gespräche mit potenziellen Mietern. So hat die Firma Bierwirth & Kluth aus Wiesbaden bekannt gegeben, dass sie in der Neuen Mitte ein Vier-Sterne-Hotel mit 253 Zimmern, ein Boardinghouse mit 170 Apartments sowie ein Kongresszentrum betreiben wird (wir berichteten). In dem Kongresszentrum werden sich zudem diverse Hörsäle befinden sowie ein Vortragssaal für 1300 Zuhörer, den die TU München als Audimax nutzen will. Die Universität werde die Räume an bestimmten Tagen unter der Woche von Bierwirth & Kluth anmieten, erklärt Handke. Darüber hinaus stünden die Säle für Veranstaltungen oder Empfänge zur Verfügung. Auf Kongresszentrum, Hotel und Boardinghouse entfallen gut die Hälfte der rund 61 000 Quadratmeter Gewerbefläche, die in der Neuen Mitte verpachten werden sollen. Für weitere zehn Prozent habe man bereits Mietverträge abgeschlossen, sagt Handke. „Momentan führen wir Gespräche mit Interessenten. Es sind aber noch nicht alle Flächen weg.“ Neben Büros wird es in dem Gebäude auch Läden, Cafés und ein Fitnessstudio geben; sogar eine campuseigene Kirche ist geplant. All dies soll der Neuen Mitte Leben einhauchen. Oder wie es Garchings frühere Bürgermeisterin Hannelore Gabor (CSU) in dem erwähnten Werbevideo mit einem Schuss Pathos formuliert: „Der Campus lebt jetzt schon, aber es fehlen ihm noch das Herz und die Seele. Ich glaube, mit Galileo kann ihm die Seele eingehaucht werden.“

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