"Einige ruhen sich auf ihren Lorbeeren aus"

- Hachings Bayernliga-Trainer Fredi Ruthe zieht Bilanz

Unterhaching - Mit dem Derby gegen die Amateure des TSV 1860 beschließt die zweite Mannschaft der SpVgg Unterhaching am morgigen Donnerstag eine solide Bayernligasaison, die für das Team von Alfred Ruthe mit dem achten Tabellenplatz enden wird. Zeit, für den Trainer Bilanz zu ziehen.

Wie fällt ihr Saisonfazit aus? Ruthe: Ich bin zufrieden. Wir waren früh gesichert und haben Spieler an die erste Mannschaft heran geführt. Nun erhält Ihre Mannschaft wieder ein neues Gesicht. Auch einige zum engeren Kreis zählende Spieler, wie Stefan Egger oder Stefan Bürgermeier, verlassen den Verein. Ruthe: Die beiden werden gehen, auch Achilles Zampos will nach eigener Aussage wechseln. Bei Burak Kizilay ist es offen, er hat angeblich ein Angebot aus der zweiten türkischen Liga. Wolfgang Schlecht hört möglicherweise auf, weil er sich auf seinen Beruf konzentrieren will. Wie schließen Sie diese Lücken? Ruthe: Wir übernehmen fünf A-Jugend-Spieler: Torwart Benjamin Kopp, Sebastian Pummer, Sedat Sahin, Anton Siedlitzki und Dimitros Verbis. Christian Obermeier, ein Allrounder vom Bezirksligisten SV Ohlstadt, der schon länger bei uns mittrainiert, wird in Zukunft wahrscheinlich auch bei uns spielen. Die Mannschaft wird also noch jünger als in dieser Saison. Fehlt da nicht ein erfahrener Spieler als Führungsfigur? Ruthe: Leute wie Thomas Schwarzbauer, die von der ersten etwas mitbekommen haben, haben das in dieser Saison schon gut hingekriegt. Auch Julian Matiasovits entwickelt sich ganz gut. Dazu hoffe ich, dass immer wieder Leute aus der ersten bei uns Spielpraxis sammeln sollen, die dann die Jungen führen. Und wenn es brenzlig wird, kann auch der neue Co-Trainer Steffen Galm helfen, ein ehemaliger Schweinfurter Profi. Wie wirkt sich der Aufstieg der ersten Mannschaft in die Zweite Liga auf Ihr Team aus? Ruthe: Es könnte ein Anreiz für die jungen Spieler sein, mehr Power zu machen. In der Regionalliga hatte man manchmal das Gefühl, dass sich einige auf dem Lorbeer ausruhten, sowieso sicher zum Kader der ersten zu gehören, weil ja immer vier U 24-Spieler dabei sein mussten. Aber statt sich mit Sondertraining dann wirklich in die Mannschaft zu kämpfen, verschafften sie sich gegenseitig das Alibi, dass die anderen auch nicht spielten. Gibt es auch ein positives Beispiel für einen jungen, ehrgeizigen Spieler? Ruthe: Ibrahim Aydemir hat jetzt seine Lehrzeit gehabt und ganz bestimmt den Ehrgeiz, sich in der ersten Mannschaft durchzusetzen. Die A-Junioren können sich noch für die neue Bundesliga qualifizieren. Wie wichtig wäre dieser Erfolg für die künftige Entwicklung der Talente? Ruthe: Ich glaube nicht, dass der damit verbundene hohe Aufwand viel bringt, wenn die Spieler dann überfordert sind. Viel sinnvoller ist, dass wir die besseren möglichst früh zu uns ins Training holen und an unsere Mannschaft heranführen.

Das Gespräch führte Umberto Savignano

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