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Einzigartiges Denkmal wieder mit Leben füllen

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- Restaurierung des Wagnerhauses verschlingt 558 000 Euro

VON BIRGIT DAVIES Oberhaching - "Wir sind ein Jahr älter geworden, und ebenso das Wagnerhaus." Mit diesen Worten begrüßte Florian Schelle, Vorsitzender des Oberhachinger Fördervereins "Heimatfreunde Wagnerhaus", die Mitglieder zur Jahresversammlung. Er betonte, dass heuer die Grundlagen für die Restaurierung dieses letzten am Ort erhaltenen Holzhauses geschaffen worden seien.

Die Berichte der Restauratoren, Bauforscher und Architekten liegen nun dem Landesdenkmalamt vor, das über die Höhe der finanziellen Unterstützung bei der Restaurierung entscheiden wird. Bereits im Frühjahr haben die Mitglieder das Haus ausgeräumt und Deckenverkleidungen und Tapeten entfernt, um eine Schädlingsbekämpfung durchzuführen. Ebenso wurde der Zaun um das Anwesen neu hergerichtet. Das bäuerliche Anwesen ist im Landkreis München und darüber hinaus einzigartig und wurde vom Denkmalamt bereits als äußerst erhaltenswert eingestuft.

Ziel des Vereins ist, das 1721 erbaute Haus so herzurichten, dass eine Begegnungsstätte mit heimatkundlichen Wurzeln entstehen kann. Ein kleiner Veranstaltungsraum, der im ehemaligen Stadel geplant ist, soll das Haus mit Leben füllen. "Nach den derzeit vorliegenden Plänen wird die Restaurierung rund 558 000 Euro kosten" , betonte Christian Stöltzing, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. Seinen Worten zufolge kann jedoch mit den Arbeiten erst begonnen werden, wenn der Zuschuss durch das Denkmalamt festgelegt ist. "Wenn wir ohne Genehmigung anfangen, erhalten wir keinen Zuschuss", machte er deutlich.

Sponsoren als Retter in der Not

Vereinsmitglied Richard Rüttinger erklärte, dass parallel auch das Privatsponsoring vorangetrieben werden solle, um eine weitere finanzielle Unterstützung zu ermöglichen. Karl Hofmann regte an, dass vielleicht auch bei den Restaurierungskosten noch gespart werden könnte.

Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) wies bei der Versammlung vor allem auf die schwierige Finanzlage der Gemeinde hin. "Die Gemeinde hat offene Türen und Ohren, aber auch einen offenen Geldbeutel, weil nichts drin ist." Der Rathaus-Chef versprach jedoch, das Thema im Gemeinderat zu behandeln. Die im diesjährigen Haushalt eingeplanten 10 000 Euro soll der Verein auf jeden Fall erhalten. Im Frühjahr - sobald das Denkmalamt entschieden hat - sollen Dach und Balkon hergerichtet werden. Optimistisch schloss Florian Schelle die Versammlung: "Das Haus hat schon viele Stürme überstanden, es wird auch dies schaffen."

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