Gute Zusammenarbeit: Pfarrer Thomas Kratochvil mit Gwendolyn Schweizer (Mi.) und Barbara Schroeder.
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Gute Zusammenarbeit: Pfarrer Thomas Kratochvil mit Gwendolyn Schweizer (Mi.) und Barbara Schroeder.

Umnutzung nötig, aber Geld fehlt

Zu wenige Gläubige - Pfarrheim zu groß

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Großzügig war das Pfarrzentrum von St. Georg in den 70er-Jahren geplant worden. Knapp 8000 Katholiken lebten damals in Taufkirchen am Wald. Doch die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile ist die Gemeinde auf 2552 Katholiken geschrumpft.

Taufkirchen - Die Kirche hat viele Stellen gestrichen. Von den ursprünglich vier Seelsorgern im Pfarrverband sind zwei übrig. Nur noch zwei halbe Stellen stehen im neuen Stellenplan. Räume im Pfarrzentrum stehen leer.

Pfarrer Thomas Kratochvil will das nicht einfach hinnehmen. Er will, dass andere davon profitieren, die dringend Räume benötigen. So hat die Verwaltung des Hachinger Tisches in einem der Büros ein neues Zuhause gefunden. Und nebenan sitzt bereits Gwendolyn Schweizer, zuständig für die Soziale Arbeit bei der Caritas. Und die Familienberatungsstelle der Caritas, die sich vor Anfragen derzeit kaum retten kann, soll ebenfalls einen benötigten, zusätzlichen Raum bekommen. Mit allen will Pfarrer Kratochvil noch enger zusammenarbeiten. Denn alle haben eines gemein: Sie wollen die Menschen unterstützen. Gemeinsame Angebote und Veranstaltungen sind geplant. „Und wenn jemand in finanzieller oder anderer Not ist, bin ich froh, wenn ich ihn an die Soziale Arbeit vermitteln kann“, sagt Pfarrer Kratochvil.

Pfarrzentrum muss renoviert werden

Einziger Knackpunkt bei allen Plänen: Das Pfarrzentrum ist fast 50 Jahre alt. Es muss nach und nach renoviert und umgebaut werden – und dafür braucht es einiges an Geld. „Mir ist das ein großes Anliegen, dass die Flächen nicht brachliegen“, sagt Pfarrer Kratochvil – auch wenn es für ihn viel einfacher wäre. „Aber wir brauchen eine Nutzung, die den Menschen vor Ort hilft.“ Und auch das Pfarrbüro soll zukünftig näher dran sein an den Menschen. Deshalb soll es in St. Georg umziehen, vom Obergeschoss ins Erdgeschoss, wo es von außen gut sichtbar und außerdem barrierefrei zu erreichen ist. Volle Unterstützung dafür hat Pfarrer Kratochvil von der Kirchenverwaltung der Pfarrei.

Für die Caritas-Familienberatung räumt die Kirche einen Mehrzweckraum im ersten Stock. Die Senioren haben sich hier getroffen, der Bibelkreis und andere Gruppen. Eine große Küche steht an der Wand. Doch es gibt im Haus auch noch den kleinen Pfarrsaal, der für Treffen genutzt werden kann. Dazu noch im Erdgeschoss die Jugendräume – in denen es derzeit wegen der Corona-Pandemie ungewohnt still ist. Der kleine Pfarrsaal soll jetzt eine eigene kleine Küche bekommen, um weiterhin Dinge anbieten zu können wie das Café im Treppenhaus, wo man sich nach dem Gottesdienst zum Plausch treffen kann.

Küche im Mehrzweckraum soll raus

Die Küche im Mehrzweckraum soll raus. Denn die Caritas braucht ihn als Bewegungs- und Therapieraum. Hier wollen die Berater spielerisch mit den Kindern ins Gespräch kommen. In einem hellen, freundlichen Umfeld leichter erfahren, was die Kinder auf dem Herzen haben, während nebendran in den Büros die Gespräche mit den Eltern laufen. Dafür muss der Raum von Grund auf renoviert werden. Mit Schallschutzwänden, einem neuen Boden, einem freundlichen Anstrich, Regalen für Spielsachen. Pfarrer Kratochvil hat bereits einen Bauantrag für die Umbauten ans Ordinariat gestellt. Das Problem: „Viele Immobilien der Kirche sind in die Jahre gekommen und müssen saniert werden“, sagt er. „Es gibt einen Stau bei den Renovierungsarbeiten im Erzbistum.“ Und nicht für alles gibt es Zuschüsse und die Rücklagen der Gemeinde reichen nicht für alles. „Ohne Spenden werden wir es nicht schaffen“, so der Pfarrer. So hofft er auch auf Unterstützung aus der Bevölkerung, von der politischen Gemeinde, und von Firmen oder Handwerkern vor Ort - um das Haus wieder sinnvoll mit Leben zu füllen.

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